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19.031 geboren, 14.500 sitzen in der ersten Klasse: Wo sind die fehlenden 4.500 Kinder?

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19.031 geboren, 14.500 sitzen in der ersten Klasse: Wo sind die fehlenden 4.500 Kinder?

Rund 14.500 Erstklässler sind bislang für das Schuljahr 2026/2027 angemeldet, teilte Bildungs- und Wissenschaftsministerin Vesna Janevska mit. Die Zahl ist nicht endgültig - die Anmeldung läuft bis Ende September. Doch schon so wirft sie eine Frage auf, die sich mit Geburtenraten nicht beantworten lässt.

Die Kinder, die in diesem Jahr in die erste Klasse kommen, wurden überwiegend 2020 geboren. Nach Angaben des Statistikamtes wurden damals im Land 19.031 Lebendgeburten registriert. Die Differenz zu den bisher Angemeldeten beträgt etwa 4.500 Kinder - fast 24 Prozent eines gesamten Jahrgangs.

Der Rückgang hält nicht nur an - er beschleunigt sich

Im Schuljahr 2016/2017 wurden 23.266 Erstklässler eingeschult. 2023/2024 waren es 19.848. Im Jahr darauf 19.452. 2025/2026 dann 17.921. Und nun etwa 14.500.

Achten Sie auf das Tempo, nicht nur auf die Zahlen. Zwischen 2023/2024 und 2024/2025 betrug die Differenz 396 Kinder. Im Folgejahr lag der Rückgang bei 1.531. In diesem Jahr, nach derzeit verfügbaren Daten, bei rund 3.400. Jedes Jahr ist das Loch größer als im Jahr zuvor.

Die Geburtenrate sinkt tatsächlich - von 19.031 Lebendgeburten im Jahr 2020 auf 16.061 im Jahr 2024. Doch der zeitliche Abstand ist entscheidend: 2024 geborene Kinder werden 2030 eingeschult. Wer dieses Jahr in die Klassenzimmer geht, wurde geboren, als die Zahl der Lebendgeburten noch über 19 Tausend lag. Der Geburtenrückgang erklärt die heutige Lücke also nicht vollständig.

Der zweite Faktor hat einen Namen, den alle kennen und den niemand in einen Bericht schreiben will.

Die Schulen leeren sich, die Lehrer werden mehr

In diesem Jahr gibt es rund 200 Klassen weniger in der Grundschule und weitere rund 100 weniger in der Sekundarstufe. In 26 ländlichen Schulen ist kein einziger Erstklässler angemeldet, für einen Teil davon wird die Schließung angekündigt.

Und nun die Zahl, die in keiner Parteimitteilung auftaucht. Im Schuljahr 2023/2024 gab es 955 reguläre Grundschulen und 18.831 Lehrkräfte. 2025/2026 sank die Zahl der Schulen auf 927, während die Zahl der Lehrkräfte auf 19.461 stieg. Also 28 Schulen weniger und über 600 Lehrkräfte mehr - in nur drei Jahren.

Das Ministerium kündigt an, unbefristet beschäftigte Lehrkräfte würden nicht entlassen; eine der Lösungen sei der Ausbau des Ganztagsunterrichts.

Ein System, zwei verschiedene Länder

Das demografische Bild ist nicht überall gleich. Während ländliche Gegenden ihre Schüler und Schulen verlieren, braucht es in Teilen Skopjes zusätzliche Klassenräume und Lehrpersonal. Die Binnenmigration in die Hauptstadt und die größeren Zentren zerreißt das Bildungssystem von zwei Seiten gleichzeitig: an einem Ort ist niemand mehr da zum Unterrichten, am anderen fehlt der Platz.

Zur Einordnung: Zu Beginn des Schuljahres 2024/2025 waren an regulären Grundschulen 180.627 Schüler eingeschrieben, an weiterführenden Schulen 67.143. Insgesamt 247.770 Kinder im System, bei einem jährlichen Rückgang von 0,8 Prozent in der Grundschule und 0,2 Prozent in der Sekundarstufe. Der Rückgang ist bei den Grundschülern deutlicher - was heißt, dass die weiterführenden Schulen noch warten.

Die endgültige Zahl der Erstklässler steht nach Abschluss der Anmeldungen fest. Bis dahin lohnt ein Bild: 19.031 Babys kamen in einem Jahr in diesem Land zur Welt, und sechs Jahre später sitzen rund 14.500 in einem Klassenzimmer.