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Er studierte Physik und wünschte sich mit sechs einen Zauberkasten: Juan Tamariz ist tot, der Mann, der das spanische Fernsehen mit einem Kartenspiel hielt

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Er studierte Physik und wünschte sich mit sechs einen Zauberkasten: Juan Tamariz ist tot, der Mann, der das spanische Fernsehen mit einem Kartenspiel hielt

Juan Tamariz starb im Alter von dreiundachtzig Jahren im Krankenhaus „Clínico San Carlos” in Madrid. Die Nachricht verkündete seine Tochter Ana in sozialen Netzwerken, mit einem Satz, der mehr wiegt als jeder offizielle Nachruf: „Mit unendlicher Trauer verabschiede ich mich heute von meinem Vater Juan Tamariz, einem unglaublichen Menschen, von allen sehr geliebt und geachtet.”

Für Generationen von Spaniern war er kein Illusionist. Er war der Mann aus dem Fernsehen mit den langen Haaren, dem Hut und dem Lachen, das losbrach, bevor der Trick überhaupt zu Ende war. Von den Siebzigern bis in die Neunziger hielt Tamariz das spanische Fernsehen mit Karten und mit dem Aushalten einer Pause - zwei Dinge, die ihm heute kein Cutter durchgehen ließe.

Was außerhalb des Fachs kaum jemand weiß: Er war auch Theoretiker. Er schrieb Handbücher und theoretische Werke über Magie - über etwas, das die meisten für Unterhaltung halten und nicht für eine Disziplin mit eigener Literatur. Unter Kartenmeistern wird sein Name mit einem Gewicht ausgesprochen, das selten einem spanischen Künstler in irgendeiner Sparte zuteilwird.

In einem Interview mit „El País” von 2019 erzählte er, er habe Physik studiert und vom Film geträumt. Die Magie kam vor beidem: Mit vier oder fünf sah er in Madrid eine Vorstellung, mit sechs wünschte er sich von den Heiligen Drei Königen einen Zauberkasten. Aus diesem Kasten wurde eine sechzigjährige Karriere.

Von seinen vier Kindern erbte nur Ana die Besessenheit. Sie leitet heute die Große Schule der Magie, die ihren Namen trägt. Das ist die einzige Art von Erbe, die in diesem Beruf überhaupt etwas bedeutet - niemand erbt einen Trick, man erbt nur die Geduld, denselben Griff tausendmal zu üben.

Tamariz hatte nicht das Kalkül, das heute in jeder Content-Agentur gelehrt wird. Kein Kurzformat, kein Hook in den ersten drei Sekunden. Er hatte lange Erklärungen, lautes Lachen und das volle Vertrauen, dass das Publikum durchhält. Es hielt durch, sechzig Jahre lang. Offen bleibt die Frage, ob ihm heute überhaupt jemand so viel Sendezeit geben würde.