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Khmarinka: eine ukrainische Drohne für 1.000 Dollar mit 50 km Reichweite - für den Preis einer amerikanischen Hellfire bekommt man 150 Exemplare

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Das ukrainische Unternehmen General Cherry hat seine neueste Drohne vorgestellt - die Khmarinka. Preis rund 1.000 Dollar. Reichweite bis 50 Kilometer. Flugzeit bis 60 Minuten. Höchstgeschwindigkeit 140 km/h. Nutzlast 5 bis 8 Kilogramm Sprengstoff. Spannweite 196 Zentimeter. Für jemanden außerhalb der Branche sagen diese Zahlen wenig - für Militäranalysten sagen sie eines: Krieg ist nicht mehr teuer.

Die Khmarinka ist von der russischen „Molnia"-Drohne inspiriert, die ukrainische Streitkräfte am Boden kennengelernt haben. Das ist einer der interessanten Aspekte dieses Krieges - beide Seiten kopieren sich ständig. Die Russen haben Iran und China für die Expertise. Die Ukrainer haben westliche Technologie plus eigene Improvisation. Und jede Saison ein neues Modell, billiger als das vorige, aber effektiver auf dem Feld.

Der Vergleich mit klassischer Militärausrüstung ist drastisch. Eine amerikanische Hellfire-Rakete kostet 150.000 Dollar, und man braucht einen Hubschrauber oder eine Reaper-Drohne, um sie zu liefern. Die Khmarinka kostet 1.000 Dollar und kommt allein. Für den Preis einer Hellfire kann man 150 Khmarinkas kaufen. Selbst wenn nur 10 Prozent davon ihr Ziel treffen, ist das immer noch effektiver als die traditionelle Option. Nicht bei jeder Mission, aber bei vielen.

Das Versprechen von Cherry - die ersten 150 Drohnen werden kostenlos geliefert an die ukrainischen Verteidigungskräfte. Das ist Standardmodell in der neuen ukrainischen Drohnenindustrie. Der erste Serienprototyp für die Front - kostenlos. Das ist sowohl Praxistest als auch Marketingkampagne. Wenn die Drohne funktioniert, werden die nächsten Hunderte und Tausende an die ukrainische Armee und ausländische Verbündete verkauft. Wenn nicht - geht sie zum Schrott und ein neues Modell wird gebaut.

Was sich in diesen Jahren ändert, ist nicht nur der Preis. Es ändert sich auch, wer die Drohnen baut. Riesige Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin oder Raytheon finden keinen Weg, ein Kampfsystem für 1.000 Dollar zu bauen - ihre Struktur macht es unmöglich. Kleinere Startups, Garagenlabore und Ingenieurteams aus 20 Leuten schreiben jetzt die Regeln der neuen Industrie. Und das ukrainische Beispiel zeigt, dass es funktioniert.

Für den Balkan wieder eine einfache Frage. Wie viele Jahre brauchen wir, um eine ähnliche Drohne zu sehen? Wir haben Ingenieure. Wir haben Fakultäten. Wir haben militärische Bedürfnisse. Uns fehlen politischer Wille und industrielle Infrastruktur. Bulgarien macht einige Schritte. Kroatien hat eigene Startups. Serbien überlegt. Mazedonien - so gut wie nichts. Und jedes Jahr, in dem wir nachdenken, schreitet die Technologie voran, fallen die Preise, und der Markt füllt sich mit anderen vor uns. Die Frage ist, wann wir entscheiden - oder ob wir viel zu spät entscheiden?