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Video aus einer Kneipe in Knin binnen Stunden verschwunden: Die Institutionen haben es nicht einmal bemerkt

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Video aus einer Kneipe in Knin binnen Stunden verschwunden: Die Institutionen haben es nicht einmal bemerkt

Das Video tauchte auf der Facebook-Seite von HOS auf und verschwand fast in dem Moment, in dem regionale Medien es aufgriffen. Das ist der Teil, der am meisten sagt. Nicht der Gesang - den hat jemand gefilmt und selbst hochgeladen, stolz. Sondern die Geschwindigkeit, mit der dieselbe Hand ihn entfernte, als klar wurde, wie das von außen aussieht.

Auf der Aufnahme ist laut kroatischen Medien - unter den Ersten „Jutarnji list" - der kroatische Präsident Zoran Milanović in einer Kneipe in Knin zu sehen, zusammen mit Marko Skejo, dem früheren Kommandanten des 9. HOS-Bataillons. Gesungen wurden Ustascha-Lieder, darunter jenes über die Kommandanten der Schwarzen Legion. Zensierte Fassungen des Videos kursierten weiter - dort sieht man Skejo mit seinen Leuten, aber nicht den Präsidenten.

Was steht, und was nicht

Es steht, dass das Video existierte, dass die Organisation es selbst öffentlich veröffentlichte und dass es dann zurückgezogen wurde. Es steht auch, dass der Präsident am selben Tag in Knin sprach, wo die Staatsspitze die „Sturm"-Operation beging.

Nicht haltbar ist die einfachere Deutung, die sofort angeboten wurde - dass der Mann an der Macht Teil des Chors sei. Das Video zeigt, dass er im Raum war. Das ist nicht dasselbe wie: er hat gesungen. Diesen Unterschied löschen beide Seiten, die einen wollen eine Affäre, die anderen wollen, dass es unbemerkt durchgeht.

Genau deshalb ist die Reaktion, genauer ihr Ausbleiben, die eigentliche Geschichte. Wenn ein Video auftaucht, in dem ein Lied zum Ruhm der Schwarzen Legion gesungen wird und das Staatsoberhaupt im Raum ist, haben Institutionen exakt zwei Möglichkeiten: sagen, was passiert ist, oder schweigen und abwarten. Die zweite sieht immer billiger aus - bis sie zur Gewohnheit wird.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig, in alle Richtungen und in allen Sprachen. Es gibt immer eine Kneipe, immer ein Lied, bei dem sich jemandem die Haare aufstellen, immer jemanden, der erklärt, das sei Folklore und gehe niemanden etwas an. Und immer eine Institution, die etwas sagen müsste und nichts sagt - und die sich danach fragt, warum ihr niemand glaubt.

Die Frage ist nicht, ob ein Mann in einer Kneipe ein Problem des Staates sein sollte. Die Frage ist, ob der Staat überhaupt eine Antwort versucht, wenn man ihn fragt.