Neue Bänke und sanierte Pavillons im Park Makedonija: Überstehen sie auch nur einen Winter unbeschädigt?
13.06.2026
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12.04.2026
Fünfundvierzig Mal sind die Eltern aus Kočani nun schon dieselbe Straße entlanggegangen, mit denselben Fotos in den Händen und derselben Frage, die ihnen niemand beantwortet. Der 45. Marsch für die Engel versammelte erneut die Familien der 63 Toten beim Brand im Nachtclub „Puls" - nicht um still zu trauern, sondern um Wahrheit und Rechenschaft zu fordern.
Die Frage, die sie trugen, war einfach und brutal: „Hat jeder, der eine Pflicht hatte, sie gewissenhaft, fachgerecht und im Rahmen seiner Befugnisse erfüllt?" Hinter diesem Satz steckt ein Zweifel, der nicht verschwindet - dass die Tragödie kein bloßer Unfall war, sondern das Ergebnis von Versäumnissen, die jahrelang niemand korrigierte.
Rozeta Đamova, Schwester eines der Opfer, sagte es vor der Polizeiwache am schärfsten: „Mit jeder Pflicht kommen Verpflichtungen. Mit jeder Befugnis - Verantwortung. Mit jeder Uniform - die Erwartung fachgerechten Handelns." Sie kritisierte die Gerichtsverfahren, die sich auf Details der Chronologie statt auf die systemischen Versäumnisse konzentrieren, mit der bitteren Bemerkung, es entstehe der Eindruck, „die größte Tragödie sei nicht, dass 63 Menschen nie nach Hause kamen, sondern dass die Uhr nicht genau ging".
Aleksandar Naunov, Vorsitzender des Vereins „16. März 2025 Kočani", stellte die Frage, die am meisten schmerzt: Wie ist es möglich, dass systemische Missstände jahrelang bestehen, ohne dass jemand reagiert, bis es zu spät ist? Die Botschaft des Marsches war so formuliert, dass sie bleibt: „Damit die Wahrheit nicht verstummt und die Gerechtigkeit nicht ohne Schluss endet - wir vergessen nicht." Und das ist der Kern von allem. Die Institutionen hoffen, dass sich die Trauer abnutzt, dass die Märsche seltener werden, dass die Öffentlichkeit vergisst. Doch 45 Märsche später gehen die Familien noch immer. Die Frage ist nicht, ob sie müde werden - sondern ob der Staat den Mut haben wird zu antworten, bevor auch der fünfzigste Marsch vorübergeht, und der hundertste, ohne einen einzigen echten Schuldigen hinter Gittern.
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