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Beerdigt: der Mann, der vier Monate lang die Abholzung über Ljubojno verhinderte - der Wald blieb, die „Seele von Ljubojno” nicht

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Beerdigt: der Mann, der vier Monate lang die Abholzung über Ljubojno verhinderte - der Wald blieb, die „Seele von Ljubojno” nicht

In Ljubojno wurde heute ein Mann beerdigt, der vier Monate lang jeden Tag zum Protest ging, um die Abholzung im Klosterwald über dem Dorf zu verhindern. Vasko Tomulevski war 44. Er starb am 9. August auf dem Motorrad - er verlor die Kontrolle und kam von der Straße ab.

Die Menschen in Prespa nannten ihn die „Seele von Ljubojno”. Das ist keine Floskel aus einer Todesanzeige, sondern die Beschreibung einer Funktion, die kein Gremium dieses Landes vorsieht - ein Mann, der sich müht, dass ein Dorf nicht stirbt.

Laden, Restaurant und vier Monate Protest

Jahrelang führte er den Laden und das Restaurant mitten im Dorf. Das war der zentrale Treffpunkt nicht nur für Ljubojno, sondern für ganz Prespa - dort trafen sich Einheimische, Besucher, Durchreisende. Er organisierte Veranstaltungen, Feste, Begegnungen, Umweltaktionen. Das Ziel war einfach und schwer: Ljubojno sollte nicht noch ein makedonisches Dorf werden, das sich langsam leert.

Als Pläne für einen großflächigen Einschlag im Klosterwald auftauchten, war Tomulevski Teil der Gruppe „Wir alle lieben Ljubojno”. Sie protestierten jeden Tag, vier Monate lang. Und sie hatten Erfolg - der Einschlag wurde gestoppt und das Dorf blieb von Erosion, Überschwemmungen und allem verschont, was kahle Hänge über Häusern mit sich bringen.

Beachten Sie, wer diese Abholzung gestoppt hat. Keine Inspektion. Kein Ministerium. Keine Strategie für nachhaltige Forstwirtschaft. Eine Gruppe Dorfbewohner mit T-Shirts und der Hartnäckigkeit, vier Monate lang jeden Tag hinauszugehen.

Der Mann, der Journalisten Prespa öffnete

Tomulevski war zugleich die zentrale Verbindung der Nachrichtenteams nach Prespa. Es gab nichts, was er über die Gegend nicht wusste, und er selbst startete Initiativen, damit über Ljubojno geschrieben und gesprochen wurde. Das ist eine undankbare Rolle - die unbezahlte Pressestelle des eigenen Dorfes zu sein, weil die Institutionen nicht ans Telefon gehen.

Er träumte von der Öffnung des Grenzübergangs Markova Noga - Lemos und erwartete davon einen touristischen Impuls und eine Wiederbelebung Prespas. Dieser Übergang ist seit Jahrzehnten Thema von Ankündigungen und Verschiebungen.

„Mit meinem Freund Vasko Tomulevski - der Seele von Ljubojno - träumten wir von dem Tag, an dem Grenzen uns nicht mehr trennen. Von dem Tag, an dem sich die Menschen von allen drei Seiten frei treffen, zusammenarbeiten, schaffen und die Schönheit und den Reichtum dieses einzigartigen Ortes teilen können”, schrieb sein Freund, ein Tourismusmitarbeiter, nach der Todesnachricht.

Was bleibt

Makedonien hat Hunderte Dörfer mit je ein paar Dutzend Einwohnern und je einem solchen Mann - dem, der geblieben ist, als alle anderen gingen, und gegen Windmühlen kämpft. Diese Leute stehen in keinem Haushalt, bekommen keine Auszeichnungen, und wenn sie fehlen, spürt das Dorf es sofort.

Der Wald über Ljubojno steht noch, weil eine Gruppe Menschen vier Monate durchhielt. Die Frage für Prespa lautet jetzt, ob diese Hartnäckigkeit etwas war, das das Dorf hatte, oder etwas, das ein Mann getragen hat.