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Melonis Regierung erreicht morgen 1.413 Tage im Amt und wird die langlebigste in Italiens Geschichte

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Melonis Regierung erreicht morgen 1.413 Tage im Amt und wird die langlebigste in Italiens Geschichte

Die Regierung von Giorgia Meloni erreicht morgen 1.413 Tage im Amt. Damit wird sie die langlebigste Regierung in der Geschichte Italiens, einen Tag mehr als die zweite Regierung von Silvio Berlusconi, die 1.412 Tage hielt, von Juni 2001 bis April 2005. Noch im Mai stand die italienische Regierung auf dieser Liste an zweiter Stelle. Morgen ist sie Erste.

In einem Land, in dem die durchschnittliche Lebensdauer einer Regierung in Monaten statt in Wahlperioden gemessen wird, sind vier Jahre ununterbrochener Amtszeit eine statistische Anomalie. Italien hat seit dem Zweiten Weltkrieg Dutzende Regierungen gewechselt. Zum ersten Mal übersteht jemand diesen gesamten Zeitraum, ohne dass die eigene Koalition zerfällt.

Die Zahlen, mit denen geworben wird

Die Partei Fratelli d'Italia bereitet für den 4. September eine Kundgebung in Bari vor, und die Ergebnisliste ist schon gepackt: eine Beschäftigungsquote von 63,2 Prozent, Arbeitslosigkeit bei 5,8 Prozent, über 21 Milliarden Euro Steuersenkungen, ein um 2,7 Prozent gestiegener Export im Zeitraum 2022-2025 mit Überschreiten der Marke von 643 Milliarden Euro und ein Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen Anleihen unter 80 Basispunkten.

Diese letzte Zahl ist interessanter als alle übrigen zusammen. Der Renditeabstand ist der Preis, den der Markt für Risiko verlangt - je kleiner er ist, desto weniger fürchten Investoren, dass etwas auseinanderfällt. Italien zahlte jahrzehntelang eine Prämie genau wegen der politischen Instabilität.

Was nicht auf der Liste steht

Jubiläumsmitteilungen lassen die Niederlagen in der Regel weg. Die Justizreform scheiterte im März in einem Referendum. Die Verfassungsreform, mit der die Wahl des Premiers geändert werden sollte, kam nicht durch. Die beiden ehrgeizigsten Projekte dieser Regierung sind also nicht durchgegangen - und der Rekord steht trotzdem.

Das ist der Punkt, den man herausziehen sollte. Langlebigkeit und Erfolg sind nicht dasselbe. Melonis Regierung überlebte nicht, weil sie alle Ziele erreicht hätte, sondern weil sie nicht zerfiel - was unter italienischen Bedingungen eine eigene Kunst ist.

Bei uns halten Regierungen ihre Amtszeiten meist durch, Langlebigkeit überrascht daher niemanden. Doch die selten gestellte Frage ist dieselbe wie in Rom - was ist tatsächlich gebaut worden, wenn man die Erfolgsmeldungen beiseiteschiebt? Stabilität ist eine Bedingung für Arbeit, kein Ersatz dafür.

Meloni bekommt den Rekord, das ist unbestritten. Ob sie auch ein Erbe bekommt, ist eine völlig andere Frage, und eine Kundgebung in Bari wird sie nicht beantworten.