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Hamas nahm den Plan an, Netanjahu lehnte ihn ab: Der Streit geht nicht ums Was, sondern um die Reihenfolge

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Hamas nahm den Plan an, Netanjahu lehnte ihn ab: Der Streit geht nicht ums Was, sondern um die Reihenfolge

Die Hamas nahm den Plan an. Israel nicht. Das ist die ganze Szene in einem Satz - ein amerikanischer Plan, den beide Seiten unterzeichnen sollten, abgelehnt am Ende von genau jener Partei, die sich wochenlang als diejenige darstellte, die nur auf Frieden wartet.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte, Israel habe den jüngsten Plan für den Gazastreifen nicht angenommen, obwohl es die Garantie erhalten habe, dass die israelische Armee sich nicht vor der vollständigen Entwaffnung der Hamas zurückzieht. Der von der Administration von US-Präsident Donald Trump vorgelegte Plan betrifft die zweite Phase des Friedensprozesses: Entwaffnung der Hamas und schrittweiser Abzug der israelischen Truppen.

Gestritten wird nicht darüber, was geschehen soll, sondern in welcher Reihenfolge. Die Hamas stimmt der Entwaffnung unter der Bedingung zu, dass sie parallel zum israelischen Abzug läuft. Israel will das Umgekehrte - erst die Waffen, dann alles andere. Die gesamte diplomatische Konstruktion hängt an einer einzigen Frage der Abfolge, und wo Vertrauen fehlt, ist die Abfolge alles.

„Trumps Team schickte uns einen Entwurf, den wir nicht angenommen haben. Das ist nicht unser Entwurf. Wir haben unsere Einwände übermittelt”, sagte Netanjahu in einem Video in sozialen Netzwerken. Trump nannte er einen der größten Freunde, die Israel je im Weißen Haus hatte - und machte gleich darauf klar, dass diese Freundschaft keine Zugeständnisse kauft. „Israels Überleben steht nicht zur Verhandlung.”

Wer wem nicht traut

Nach den israelischen Einwänden garantierte das von Trump eingerichtete Friedensgremium Netanjahu, die Armee werde sich nicht zurückziehen, bevor die Hamas ihre Waffen vollständig abgibt. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir erklärte, die Armee werde weiter in Gaza operieren: „Wir werden nicht zulassen, dass an unseren Grenzen eine Bedrohung wie die vom 7. Oktober entsteht.”

Hamas-Sprecher Hazem Kassem teilte seinerseits mit, mit anderen palästinensischen Fraktionen sei eine Einigung über die Umsetzung der Waffenruhe erzielt worden, und rief die US-Regierung sowie den Vertreter des Friedensgremiums, Nickolay Mladenow, auf, Druck auf Israel auszuüben. Das Gremium schlug eine schrittweise Entwaffnung und einen gegenseitigen Rückzug vor - doch so, wie die Dinge stehen, glaubt keine Seite, dass die andere ihre Verpflichtungen erfüllt.

Der Kalender, den niemand laut erwähnt

Über all dem hängt noch ein Datum. Im Oktober finden in Israel Parlamentswahlen statt. Netanjahu kandidiert erneut, und seine Regierung steht wegen der Sicherheitsversäumnisse vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 weiter unter Beschuss. Die für Dienstag angesetzte Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts wurde israelischen Medien zufolge auf Donnerstag verschoben.

Trumps Friedensplan stößt seit Monaten auf dieselben Hindernisse: Entwaffnung der Hamas, Bildung einer neuen palästinensischen Verwaltung, Entsendung internationaler Truppen und israelischer Abzug - nichts davon ist umgesetzt. Glaubt wirklich jemand, die Unterschrift kommt vor den Wahlurnen, oder warten alle darauf, wer die zweite Phase auszählen wird?