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Putin reiste nach Peking für Gas, kam ohne Vertrag zurück: China hat es nicht eilig, wenn der andere nicht weiß, wohin verkaufen

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Putin reiste nach Peking für Gas, kam ohne Vertrag zurück: China hat es nicht eilig, wenn der andere nicht weiß, wohin verkaufen

Putin reiste voller Hoffnung nach Peking und kehrte mit leeren Händen zurück. Der Vertrag für die Pipeline „Kraft Sibiriens 2" - das Projekt, das das russische Gas retten sollte, nachdem Europa ihm die Tür zugeschlagen hatte - blieb unterschrieben. Und das nicht wegen technischer Details, sondern weil China es schlicht nicht eilig hat. Warum sollte es, wenn jede Verzögerung ihm bessere Konditionen bringt?

Der Kern des Streits ist der Preis. Peking will Gas zu einem Tarif nahe dem, den die Russen selbst zu Hause zahlen - etwa 50 Dollar je tausend Kubikmeter. Moskau besteht auf einer Formel näher an den alten europäischen Verträgen, wo der Preis bis zu 258 Dollar erreichte. Die Differenz ist gewaltig, die Verhandlungsposition noch mehr. Wer den Käufer hat, diktiert, und wer sein Gas nirgends loswird, schweigt und gibt nach.

Das Projekt ist nicht klein. Die Pipeline würde rund 50 Milliarden Kubikmeter im Jahr transportieren, über 2.600 Kilometer durch die Mongolei nach China. Auf dem Papier ist das ein Ausweg für die russische Wirtschaft. In der Praxis ist es die Bestätigung, wie sehr Moskau von einem einzigen Käufer abhängt - und wie gut dieser Käufer das weiß.

Deshalb sagt dieser Besuch mehr durch das, was fehlt, als durch das, was geschah. Putin unterzeichnete über 40 Kooperationsabkommen - Technologie, Finanzen, Handel. Eine beeindruckende Zahl fürs Foto. Doch genau der Vertrag, den er am dringendsten brauchte, der fürs Gas, fehlt. Und wenn das Wichtigste fehlt, werden die übrigen Unterschriften zur Dekoration.

Das Verhältnis zwischen den beiden Mächten ist längst keine Partnerschaft unter Gleichen mehr. Russland hängt immer stärker vom chinesischen Markt ab, von chinesischer Technologie und von chinesischen Bankkanälen, um die westlichen Sanktionen zu umgehen. Peking sieht das klar und hat es nicht eilig, umsonst zu helfen. Jede Abhängigkeit wird in Rechnung gestellt - eine Regel so alt wie der Handel selbst.

Für einen Leser auf dem Balkan ist das keine ferne Geschichte. Wenn ein Land keine Wahl mehr hat, wem es verkauft oder von wem es kauft, bestimmt der andere den Preis. Wir kennen das aus eigener Erfahrung - beim Strom, beim Gas, bei Abhängigkeiten, die sich als Bündnisse verkleiden. Wird die „Brüderlichkeit" zwischen Moskau und Peking halten, wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt? Die Geschichte sagt: Große Freundschaften zerbrechen öfter an Zahlen als an Ideologie.