Cuna wieder in Handschellen: Der Dealer, der aus dem Fenster einer Polizeistation sprang, ist in Skopje gefasst
15.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Wenn wir an organisierte Kriminalität denken, stellen wir uns Drogen, Waffen, Menschenhandel vor. Doch laut Interpol ist Umweltkriminalität bereits die drittprofitabelste Form der organisierten Kriminalität der Welt - direkt hinter dem Drogenhandel und Fälschungen.
Die Zahlen sind unglaublich. Kriminelle Netzwerke verdienen jährlich Hunderte Milliarden Dollar durch illegalen Abfallschmuggel, unerlaubte Abholzung, illegale Fischerei und Bergbau, Umweltverschmutzung und Wildtierschmuggel. Der deutsche Umweltminister Carsten Schneider warnt, dass der Schaden eine Billion Dollar jährlich übersteigt und die grenzüberschreitende Umweltkriminalität „kein Randproblem mehr ist“.
Was sie so profitabel macht, ist ihre Unsichtbarkeit. Drogen werden versteckt, Waffen werden versteckt - aber eine Fabrik, die leise Giftmüll in einen Fluss leitet, oder ein Boot, das illegal fischt, agieren im Offenen, und die Strafen sind lächerlich im Vergleich zum Gewinn. „Hunderte Milliarden Dollar“ landen jedes Jahr bei kriminellen Netzwerken, sagt der Generalsekretär von Interpol.
Um dem entgegenzuwirken, wurde 2024 das Projekt GAIA gestartet - eine Zusammenarbeit zwischen Interpol, dem WWF und der deutschen Regierung, mit anfänglich 5 Millionen Euro. Allein im ersten Jahr wurden über 500 Ermittlungen und 262 kriminelle Akteure identifiziert. Das klingt viel, ist aber ein Tropfen in einem Meer von Hunderten Milliarden.
Für den Balkan ist das kein abstraktes Thema. Die Region kämpft seit Jahren mit illegalen Deponien, wildem Holzeinschlag und Flussverschmutzung - und jetzt wissen wir, dass hinter einem großen Teil davon nicht nur Nachlässigkeit steckt, sondern auch organisierte Kriminalität, die Geld verdient. Die Frage, die jeder Bürger stellen kann, ist bekannt: Wenn der Schaden so groß und der Gewinn so hoch ist, warum bleiben die Strafen so klein?
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