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Wenn ein Präsident, der jahrelang wiederholt, alles laufe nach Plan, plötzlich zugibt, dass er Probleme sieht, ist das ein Moment, den man festhalten sollte. Wladimir Putin gab auf einem Parteitag erstmals offen zu, dass Russland aufgrund ukrainischer Angriffe tief auf russisches Gebiet ernste Schwierigkeiten hat.
„Ja, wir sehen die Probleme, wir sind uns ihrer bewusst und reagieren darauf, aber wir werden auf jeden Fall die Sicherheit des Landes und unserer Bürger sowie die Unverletzlichkeit der russischen Grenzen gewährleisten", erklärte Putin. Er beschrieb die Lage als „schwere Zeiten", behauptete aber, Russland habe genug „Kraft, Ressourcen und politischen Willen", um durchzuhalten.
Hinter dem diplomatischen Ton steckt eine konkrete Realität. Die Ukraine zerstört systematisch russische militärische und wirtschaftliche Infrastruktur Hunderte Kilometer hinter der Front. Zwei Drohnenangriffe werden als Beispiel genannt: die Raffinerie bei Slawjansk in der Region Krasnodar, etwa 300 Kilometer von der Front entfernt, wo eine Person starb und ein großes Feuer ausbrach; und die Raffinerie bei Jaroslawl, ganze 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Das Eingeständnis ist bedeutsam, weil es von einem Mann kommt, dessen gesamte Kommunikationsstrategie auf der Projektion von Kontrolle beruht. Wenn der Kreml beginnt, von „schweren Zeiten" zu sprechen, sind die Dinge meist schwerer, als gesagt wird. Für den Balkan, der solche Regimebotschaften seit Jahrzehnten liest, ist das keine Überraschung - wir haben gelernt, dass die lauteste Beteuerung von Stärke meist dann kommt, wenn die Stärke am stärksten wankt. Die Frage, die bleibt, ist einfach: Wenn selbst Putin öffentlich Probleme eingesteht, wie lange kann ein solcher Krieg dauern, bevor jemand endlich genug sagt?
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