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Putin spricht nicht mehr von Zugeständnissen, sondern von Pufferzonen: Die Grenzen zeichnet wieder die Artillerie, nicht die Tinte

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Putin spricht nicht mehr von Zugeständnissen, sondern von Pufferzonen: Die Grenzen zeichnet wieder die Artillerie, nicht die Tinte

Moskau spricht nicht mehr von Zugeständnissen. Stattdessen spricht es von Pufferzonen - was in diplomatischer Sprache Gebiete bedeutet, die es nicht zurückzugeben gedenkt. Nach Angaben kremlnaher Quellen plant Russland, Teile der Regionen Sumy und Charkiw als „Schutzgürtel” dauerhaft zu behalten, und wird sich erst dann an den Verhandlungstisch setzen, wenn es die Region Donezk vollständig kontrolliert.

Die Verschiebung ist deutlich. Wenn es bis vor Kurzem Signale gab, dass Russland territoriale Zugeständnisse im Austausch für Frieden erwägen könnte, sind diese Signale erloschen. Ursache seien, so wird behauptet, die scharfen Botschaften aus Washington und die zerfallenen informellen Absprachen vom Alaska-Gipfel selbst zwischen Putin und Trump im August vergangenen Jahres.

Der Streit darüber, was in Alaska tatsächlich vereinbart wurde, dauert noch an. Außenminister Rubio erklärte am 25. Juni, es „habe Vorschläge gegeben, aber keine Vereinbarung”. Der russische Außenminister Lawrow konterte, eine Vereinbarung über Vorschläge sei de facto eine Vereinbarung. Wenn sich die beiden Seiten nicht einmal darüber einig werden, was bei einem einzigen Treffen geschah, ist eine Einigung über das Schicksal ganzer Regionen kaum zu erwarten.

Und dieses Schicksal ist blutig konkret. Russland fordert von der Ukraine, ihm die gesamte Region Donezk zu überlassen - einschließlich Gebieten, die die russische Armee seit 2014 nicht erobert hat. Mit anderen Worten, es wird die Übergabe von Land gefordert, das gar nicht am Boden eingenommen wurde. Eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium schätzt, dass die vollständige Kontrolle über Donezk bis Ende 2026 möglich wäre; eine andere sagt, 2027 sei glaubwürdiger.

Unterdessen wartet der Krieg nicht auf die Diplomatie. Die Ukraine hat Angriffe tief auf russischem Gebiet durchgeführt, darunter Schläge gegen Moskau und Raffinerien. Die Gespräche stehen seit Februar eingefroren. Jeder Monat, der vergeht, ist ein Monat, in dem die Frontlinie die Grenzen zeichnet, nicht der Verhandlungstisch.

Für den Balkan, der seine eigenen, durch Krieg und jahrzehntelange Verhandlungen gezogenen Grenzen kennt, ist diese Szene nicht fremd. Wenn sich Territorium durch Artillerie und nicht durch Tinte verändert, legalisieren später unterzeichnete Abkommen nur, was die Kanonen bereits entschieden haben. Glaubt Europa wirklich, dass ein solcher Präzedenzfall fern von ihm bleibt?