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Über 1,5 Millionen Euro auf den Konten von Richter Ristov und seinen Eltern, die Herkunft fand der Gutachter nicht

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Über 1,5 Millionen Euro auf den Konten von Richter Ristov und seinen Eltern, die Herkunft fand der Gutachter nicht

Bei der heutigen Verhandlung gegen den Berufungsrichter Đoko Ristov standen die Konten im Mittelpunkt. Die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Zahlen beschreiben die Lage genauer als jede Erklärung.

Auf Ristovs Konten bei fünf Banken lagen rund 25 Millionen Denar. Auf den Konten seiner Frau Simona rund 11 Millionen Denar. Zusammen sind das etwa 600.000 Euro. Auf den Konten seiner Mutter, Donka Ristova, fand die Staatsanwaltschaft weitere rund 975.000 Euro.

Insgesamt über 1,5 Millionen Euro in einer Familie.

Ein Gehalt, das wächst, ein Vermögen, das schneller wächst

Ein vereidigter Gerichtsgutachter analysierte Steuererklärungen, Banktransaktionen und Vermögen von Ristov und seiner Frau für den Zeitraum 2016 bis 2024. Nach den Angaben in der Verhandlung stieg Ristovs Gehalt von rund 60.000 Denar im Jahr 2016 auf 120.000 Denar im Jahr 2024. Die Einkünfte seiner Frau stiegen von 17.000 Denar im Jahr 2017 auf 90.000 im Jahr 2024.

Der Gutachter Zvonko Kočovski bestätigte, er könne die Herkunft der Mittel des Richters und seiner Familienangehörigen nicht feststellen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die gemeldeten Einkünfte die 350.000 Euro nicht erklären, die in einem Loch hinter Küchenfliesen im Familienhaus der Ristovs in Negotino gefunden wurden. Für dieses Geld gibt es laut Anklage DNA-Spuren und Fingerabdrücke, die den Richter mit dem versteckten Bargeld verbinden.

Das Verzeichnis

Staatsanwältin Iskra Hadži-Vasileva legte in der Verhandlung die Kontakte aus dem Telefon des Richters aus den Jahren 2023 bis 2025 vor. Unter den Namen sind Vice Zaev, Bojan Jovanovski - Boki, Ana Kamčeva, Ljupčo Pecov - der Teufel, Frosina Remenski, Pucko, Zoran Azmanov und Enver Bedžeti.

Das ist eine Liste, die fast alle großen Fälle abdeckt, die im vergangenen Jahrzehnt durch die mazedonische Justiz gegangen sind. Das Verzeichnis allein beweist nichts - aber es zeigt, welches Netzwerk sich auftut, wenn ein Berufungsrichter sein Telefon abgibt.

Die Verteidigung

Anwalt Zvonko Davidović erklärte im Kreuzverhör, nach seinen Berechnungen blieben „nur“ rund 570.000 Euro als Betrag übrig, dessen Herkunft zusätzlich erklärt werden müsse. Die Verteidigung kündigte an, in den kommenden Verhandlungen ein eigenes Gutachten vorzulegen.

Davidović betonte auch, Ristov urteile am Berufungsgericht nicht allein, sondern als Teil eines dreiköpfigen Senats.

Das ist eine Verteidigung, bei der man kurz verweilen sollte. Sie stimmt - ein Berufungsrichter entscheidet tatsächlich nicht allein. Aber dieselbe Logik bedeutet: Ist ein Senatsmitglied kompromittiert, sind auch die Entscheidungen dieses Senats kompromittiert. Das Argument, das den Richter entlasten soll, weitet das Problem auf die Institution aus.

Ristov wird unrechtmäßiger Vermögenserwerb, Verschleierung von Vermögen und Geldwäsche zur Last gelegt. Das Verfahren wird fortgesetzt.