Der Rauch über Skopje kommt aus dem Kosovo: Zum ersten Mal löscht unser Hubschrauber außerhalb des Landes
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Drei Menschen wurden auf einem Schießstand in Danilovgrad getötet, und der Mann, der sie tötete, lebt nicht mehr, um zu erklären warum. Übrig bleibt nur die Spur, die er hinterlassen hat - und diese Spur ist selbst für jemanden merkwürdig, der die Kriminalchronik des Balkans seit Jahren verfolgt.
Der Verdächtige ist Michail Nikolajewitsch Schabunin, russischer Staatsbürger, geboren im Februar 1996 in der Stadt Ossa, später nach Perm gezogen. Er reiste am 7. Juli 2026 mit dem Bus aus Serbien über den Grenzübergang Dobrakovo nach Montenegro ein. Was danach folgte, ist der Teil, der die Ermittler beschäftigt: In nur sechs Tagen, vom 7. bis 12. Juli, überquerte er die Staatsgrenze achtmal, fuhr mit dem Bus nach Bosnien und Herzegowina und kehrte über die Übergänge Sitnica, Šćepan Polje und Vraćenovići zurück.
Acht Übertritte in sechs Tagen sind kein Tourismus. Das ist entweder Logistik oder das Austesten von etwas. Die montenegrinische Polizei und die Agentur für nationale Sicherheit fordern nun Daten von Partnerdiensten im Ausland an, um festzustellen, mit wem er vor und während des Aufenthalts Kontakt hatte.
Die Opfer sind Nemanja Kapor (20), Petar Globarević (24) und Momir Radonjić (67) - Beschäftigte des Schießstands „Češka zbrojovka“. Getötet wurden sie am Montag. Der Täter stahl anschließend Waffen und Munition und nahm das Auto eines der Opfer.
Die Aufnahme, die die Ermittler beunruhigte
Die gesamte Tat wurde von Sicherheitskameras aufgezeichnet. Nach Angaben von Quellen, die die Aufnahme gesehen haben, schoss Schabunin gleichzeitig aus zwei Pistolen, und seine Bewegungen und Reaktionsgeschwindigkeit deuten auf Fähigkeiten hin, die weit über die eines gewöhnlichen Schießstandbesuchers hinausgehen. Ein Teil der montenegrinischen Medien berichtete, es handle sich um einen professionellen Schützen oder einen Mann mit Elite-Waffenausbildung.
Daher auch die Richtung der Ermittlungen: ob Schabunin eine militärische oder spezialisierte Ausbildung durchlief und ob er in der Ukraine an der Front war. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Russische Medien haben bislang nichts über einen möglichen Militärdienst veröffentlicht.
Bekannt ist weit Prosaischeres. Regionalen Medien aus Perm zufolge arbeitete er als Verkäufer in einem Sportgeschäft, betrieb Berglauf, Ski und Bergsteigen. Er fertigte Massivholzmöbel auf Bestellung. Nach Unterlagen der russischen Vollstreckungsbehörde hatte er in Russland mindestens zwei Schulden über insgesamt rund 500.000 Rubel - etwa 5.000 Euro. Für Permer Verhältnisse ist das keine Kleinigkeit. Die Zwangsvollstreckung begann Ende 2025 und Anfang 2026. Laut dem Telegram-Kanal, der die Daten zu seinen Bewegungen zuerst veröffentlichte, lief in Russland zudem ein Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen ihn, weshalb er überstürzt ausreiste - und auf den Balkan zog.
Der Balkan als Wartezimmer
Und hier hört die Geschichte auf, nur montenegrinisch zu sein. Ein Mann mit Schulden, einem Strafverfahren und fragwürdiger Ausbildung zieht auf den Balkan, weil die Einreise leicht war. Kein System führte ihn als Risiko - der Chef der Polizeidirektion bestätigte, dass Schabunin nicht als sicherheitsrelevante Person geführt wurde, obwohl er zuvor mehrfach auf dem Schießstand gewesen war.
Am Tag vor der Tat verbrachte er Zeit mit einigen jungen Männern am Fluss Zeta, hinterließ ihnen seine Telefonnummer und ging mit einem schwarzen Rucksack davon. Nach der Tat erkannten sie ihn aus den Nachrichten über die Fahndung und meldeten sich bei der Polizei. Auch der Taxifahrer, der ihn nach Herceg Novi brachte, ging zur Polizei - Schabunin hatte ihm Pass und Telefon als Pfand dagelassen und versprochen, später zu zahlen. Die Fahndung, an der Spezialeinheiten und ein Hubschrauber der montenegrinischen Armee beteiligt waren, dauerte bis 3:35 Uhr morgens, als sich Schabunin in einem Wald oberhalb der Siedlung Topla das Leben nahm.
Also: Gefasst hat ihn nicht das System. Gefasst haben ihn Jungs vom Fluss und ein Taxifahrer.
Die Visa kommen - nachdem alles schon passiert ist
Bisher konnten russische Staatsbürger visumfrei bis zu 30 Tage nach Montenegro einreisen, mit gültigem Pass und der Pflicht, sich binnen 24 Stunden anzumelden. Mit Beschluss der montenegrinischen Regierung vom 23. Juli 2026, abgestimmt auf die Schengen- und Visapolitik der EU, brauchen sie ab dem 1. November 2026 für jede Einreise ein Visum. Ausgenommen sind nur Personen mit gültigem Schengen-, US- oder britischem Visum oder einem Aufenthaltstitel in einem Schengen-Land.
Der Beschluss fiel im Juli - also vor der Tat und nicht ihretwegen. Doch das Datum der Anwendung ist der November, und Schabunin reiste im Juli ein. Wie viele Menschen mit ähnlicher Biografie haben dieselbe Lücke in der Zwischenzeit genutzt? Das ist die Frage, die bislang kein Dienst auf dem Balkan laut stellt.
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