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Der Bürgermeister von Banja Luka geht zu Mladics Beerdigung und fordert einen Trauertag: In seiner ganzen Erklärung fällt Srebrenica kein einziges Mal

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Der Bürgermeister von Banja Luka geht zu Mladics Beerdigung und fordert einen Trauertag: In seiner ganzen Erklärung fällt Srebrenica kein einziges Mal

Draschko Stanivukovic, Bürgermeister von Banja Luka, wird an der Beerdigung von Ratko Mladic teilnehmen und hofft, dieser Tag werde zum Trauertag erklärt. Auf die Frage, ob das eine Verherrlichung von Kriegsverbrechen sei, antwortete er mit einer Gegenfrage: „Was ist das für ein schamloser Begriff, welche Verherrlichung?“

Seine Version lautet, Mladic sei ein General gewesen, der „sich den Beruf nicht selbst ausgesucht hat, sondern den der Beruf in den schlimmsten Zeiten ausgewählt hat, um das Vaterland zu verteidigen“. Die Teilnahme an der Beerdigung sei ein natürlicher Ausdruck des Respekts vor den gefallenen Soldaten der Armee der Republika Srpska. Er erwartet, dass der Tag der Beerdigung in allen serbischen Gebieten zum Trauertag erklärt wird.

Zu möglichen rechtlichen Folgen - gegen ihn läuft bereits ein Verfahren - äußert sich Stanivukovic knapp: „Das ist mir völlig gleichgültig. Was ich weiß, ist die Wahrheit, und die bleibt die Wahrheit.“

Was das Urteil sagt und was der Bürgermeister nicht sagt

Mladic starb am 27. August in der Haftanstalt in Den Haag. Er wurde für die schwersten Verbrechen der Kriege in Kroatien und in Bosnien und Herzegowina verurteilt, einschließlich des Völkermords in Srebrenica, wo über 8.000 bosniakische Männer und Jungen getötet wurden. Das ist keine strittige Deutung - es ist ein rechtskräftiges Urteil eines internationalen Gerichts.

In Stanivukovics gesamter Erklärung fällt Srebrenica kein einziges Mal. Es gibt ein Vaterland, es gibt gefallene Soldaten, es gibt eine NATO, die bombardiert hat, es gibt eine Welt, die gegen sie war. Es gibt keine achttausend Namen. Das ist kein ausgelassenes Detail - das ist die ganze Konstruktion: Nimmt man aus der Biografie eines Mannes den schwersten Teil heraus, bleibt nur ein General, der sein Land verteidigt hat.

Die Frage betrifft nicht den Menschen, sondern das Amt

Stanivukovic hat als Bürger ein Recht auf seine Meinung. Aber er spricht nicht als Bürger - er spricht als Bürgermeister der größten Stadt der Republika Srpska, und zwar über die Ausrufung eines offiziellen Trauertags. Das ist ein institutioneller Akt, keine private Ehrerbietung. Der Unterschied ist wesentlich, und genau er macht diesen Fall zu mehr als einer weiteren Äußerung.

Der Balkan pflegt seit Langem ein ausgehandeltes Erinnern - jeder erinnert sich der eigenen Opfer mit voller Präzision und der fremden im Nebel. Dreißig Jahre später wechseln in den Städten die Bürgermeister, doch der Satz „die ganze Welt war gegen uns“ wird unverändert weitergereicht, wie ein Erbe, das niemand öffnen möchte.