Skip to content

Schwarz auf einer Hochzeit gilt bei uns als Fehler: Dekorateure nutzen es als Rahmen, nicht als Farbe

1 Min. Lesezeit
Teilen
Schwarz auf einer Hochzeit gilt bei uns als Fehler: Dekorateure nutzen es als Rahmen, nicht als Farbe

Schwarz auf einer Hochzeit wird bei uns noch immer als Fehler oder als Trauer gelesen. In der Dekoration ist es die Farbe, die einen ganzen Tisch am schnellsten hebt - vorausgesetzt, sie wird nicht als Hauptfarbe eingesetzt, sondern als Rahmen.

Die Logik, auf die sich Dekorateure stützen, ist einfach: Schwarz ist die einzige Farbe, die mit nichts konkurriert. Sie verlangt keine Abstimmung mit den Blumen, sie beißt sich nicht mit Gold, sie zieht keine Aufmerksamkeit von der Braut ab. Sie funktioniert als Kontur um alles andere.

Wo man es einsetzt und wo nicht

Der kleinste und sicherste Einsatz sind Bänder - um die Serviette gebunden, um den Kerzenhalter, um das Namenskärtchen. Ein Stück Band, praktisch kostenlos, und der Tisch wirkt sofort absichtsvoll gedeckt statt zufällig zusammengestellt.

Der zweite Punkt ist die Sitzordnung. Eine schwarze Tafel mit den Namen der Gäste und dem Monogramm des Paares lässt sich aus der Ferne lesen, was eine praktische Frage ist, bevor sie eine ästhetische wird - niemand möchte auf fünfzig Zentimeter herantreten, um den eigenen Namen zu finden.

Von da an die Kombinationen: Schwarz mit Gold ist die sicherste, weil Gold die Schwere abmildert. Schwarze Kerzen in Messingleuchtern auf weißem Grund. Ein Tischläufer oder eine Decke mit Muster in dunklem Ton statt komplett schwarzem Stoff. Schwarze Ränder an den Platztellern.

Die Regel, die Dekorateure wiederholen, betrifft die Zahl der Farben: nicht mehr als drei Töne auf einem Tisch. Mit Schwarz wird das strenger, weil jede vierte Farbe sofort dagegen anzukämpfen beginnt.

Wenn Schwarz alles trägt

Eine komplett schwarze Dekoration funktioniert, aber nur in einer Situation - einer Abendhochzeit im Freien. Dann ist die Dunkelheit ringsum ohnehin da, und Kerzen und Blumen werden zu den einzigen hellen Punkten. Dieselbe Inszenierung bei einer Mittagsgartenhochzeit sieht aus, als hätte jemand den Anlass verwechselt.

Bleibt der Teil, den Kataloge selten erwähnen: die Einladungen. Schwarzes Papier, schwarze Umschläge, Kalligrafie in Weiß. Es ist das Erste, was ein Gast in die Hand bekommt, und der einzige Teil der Dekoration, der ihm nach der Hochzeit bleibt - was es zugleich zur günstigsten Investition der ganzen Geschichte macht.