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Er sägte einen Laternenmast ab, baute schwarz - und räumte selbst ab, bevor die Aufsicht kam, ganz ohne Strafe

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Er sägte einen Laternenmast ab, baute schwarz - und räumte selbst ab, bevor die Aufsicht kam, ganz ohne Strafe

Am Samstag meldeten Bürger, ein Mann habe in Skopje Sever einen Mast der Straßenbeleuchtung abgesägt und begonnen, schwarz einen Vordach-Anbau auf öffentlichem Grund zu errichten. Darko Kostovski, Bürgermeister der Gemeinde Butel, kündigte in sozialen Netzwerken rasches und entschlossenes Handeln an - Abriss des Schwarzbaus und Strafanzeige gegen den Verursacher.

Am Montag fuhren die Aufsichtsbeamten hinaus. Sie fanden freigeräumten Grund und einen neuen Beleuchtungsmast vor. Den Schwarzbau gab es nicht mehr. Der Mann hatte ihn selbst abgebaut.

„Ob die Vernunft siegte oder die Angst vor dem Gesetz, ist völlig unerheblich. Wichtig ist, dass es keine Usurpation gibt und kein Staatseigentum beschädigt wurde“, erklärte Kostovski und fügte hinzu, das Gesetz gelte für alle und man werde nicht zulassen, dass lokale Sheriffs Stärke verkaufen, die im Kern grober Gesetzesbruch sei.

Und eine Strafe wird es auch nicht geben

Hier bekommt die Geschichte ihre eigentliche Pointe. Die Gemeinde Butel stellte klar, der Beitrag des Bürgermeisters am Samstag sei nur die Ankündigung von Kontrolle und Sanktion gewesen. Da Samstag ein arbeitsfreier Tag ist, konnten die Aufsichtsdienste nicht sofort zur Besichtigung ausrücken - das war für den ersten folgenden Werktag vorgesehen. In der Zwischenzeit stellte der Mann alles im Ursprungszustand wieder her. Als die Beamten eintrafen, gab es keine Grundlage für eine Sanktion.

Also: Jemand sägte einen öffentlichen Laternenmast ab, eignete sich Staatseigentum an, begann ohne Genehmigung zu bauen - und ging ohne einen einzigen Denar Strafe aus der Sache heraus, nur weil er es schaffte, vor Dienstbeginn aufzuräumen.

Sieg oder Lücke

Diese Geschichte lässt sich auf zwei Arten lesen, und beide stimmen.

Die erste: Der öffentliche Beitrag hat gewirkt. Der Druck funktionierte, die Usurpation dauerte weniger als 48 Stunden, der Mast steht wieder, die Fläche ist frei. Ein Ergebnis vor Ort, schnell und ohne Verfahren.

Die zweite ist interessanter. Wenn eine kommunale Aufsicht nur werktags zu Dienstzeiten reagiert, dann kennen alle Schwarzbauer den Fahrplan. Schwarzbauten entstehen in diesem Land seit Jahrzehnten genau am Wochenende, an Feiertagen, über Nacht - nicht wegen der Arbeitsgewohnheiten der Bauleute, sondern wegen der Dienstzeiten der Aufsicht. Das ist niemandem im Bauwesen ein Geheimnis.

Was dieser Fall zeigt, ist nicht, dass das System funktioniert, sondern dass die Ankündigung funktioniert. Als der Bürgermeister einen Beitrag schrieb, bekam der Mann Angst. Als der Beamte am Montag kam - gab es nichts mehr zu sehen.

Die Frage für Butel und jede andere Gemeinde ist nicht, ob der Beitrag etwas taugt. Offensichtlich schon. Die Frage ist, warum wir uns darauf stützen müssen statt auf eine Aufsicht, die am Samstagnachmittag ausrücken kann, wenn tatsächlich gebaut wird.