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Bitola geht von sechs auf zehn Sektoren: Jeder vierte Beschäftigte wird Vorgesetzter

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Bitola geht von sechs auf zehn Sektoren: Jeder vierte Beschäftigte wird Vorgesetzter

Die Gemeinde Bitola hat die Zahl der Sektoren von sechs auf zehn erhöht, die der Abteilungen von 19 auf 27. Die Kommunalverwaltung nennt das Machtverteilung und Anpassung an neue Gesetze. Die Opposition nennt es Einstellung von Parteikadern und erinnert an einen alten Witz - „der Stellvertreter des Stellvertreters, der stellvertretende Direktor des Direktors“.

Den Beschluss über Organisation, Zuständigkeiten und Arbeitsweise der Gemeindeverwaltung fasste die von VMRO-DPMNE geführte Ratsmehrheit auf Vorschlag von Bürgermeister Toni Konjanovski. Er beendet ein System, das seit 2015 galt.

Die Mathematik trägt die Debatte. Zehn Sektoren und 27 Abteilungen bedeuten mindestens 37 Führungspositionen. Stadtrat Mile Trajkovski von der Bürgerinitiative „Poinaku“ rechnet vor, dass es in der bisherigen Struktur rund 20 Leitungsposten gab, in der neuen 38. Die Opposition beziffert die Mehrbelastung der Verwaltung auf über 200.000 Euro jährlich.

„Besteht wirklich ein realer Bedarf an einer neuen, derart zahlreichen Verwaltung, oder erleben wir erneut parteipolitische Belohnung der Gefügigen?“, fragte Trajkovski.

Die Antwort der Gegenseite

Ratspräsident Bojan Bojkoski erklärte, die Gemeindeverwaltung zähle 143 Beschäftigte und sei gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste. Er ergänzte, mit zwei neuen Gesetzen - über Verwaltungsbeamte und über Beschäftigte im öffentlichen Sektor - müsse die Reorganisation spätestens bis zum 1. Januar 2027 erfolgen.

„Es wird lediglich verteilt. Funktionen, die bei einzelnen Sektor- und Abteilungsleitern lagen, werden nun mit anderen Beschäftigten geteilt, damit sich Macht nicht bei einer Person ballt“, sagte Bojkoski.

Das Argument ist nicht dumm. Die Gemeinde verweist darauf, dass massige Sektoren eine Anhäufung von Zuständigkeiten bei einem Menschen bedeuten - eine Last, die sich schwer gut bewältigen lässt. Bei 143 Beschäftigten und 38 Leitungsposten wird dennoch fast jeder Vierte in der Gemeinde Bitola Vorgesetzter sein.

Was an dem Beschluss gut ist

Nicht alles verdient Kritik. Die neue Struktur schafft eine eigene IT-Abteilung für Digitalisierung und stellt elektronische Dienste sowie ein digitalisiertes Geoinformationssystem in Aussicht, über das Bürger Dokumente beziehen und Bebauungspläne am Rechner einsehen können. Funktioniert das, schrumpft der Gang von Schalter zu Schalter in Bitola tatsächlich.

Problematisch ist ein anderer Punkt. Im Beschluss steht ausdrücklich, der Sektor für interne Revision berichte „direkt und ausschließlich dem Bürgermeister“. Ein Revisor, der nur dem Mann berichtet, dessen Verwaltung er prüft, ist ein Revisor mit begrenztem Mut. Findet er eine Unregelmäßigkeit bei einem Mitarbeiter des ersten Mannes der Stadt, geht der Bericht an - den ersten Mann der Stadt.

Die Personalabteilung wiederum soll Verfahren zur „Mobilität“ der Beschäftigten durchführen. Im Gesetz heißt das schnelle Personalumschichtung. Im mazedonischen öffentlichen Sektor dient derselbe Begriff seit Jahren dazu, Bedienstete aus anderen Institutionen zu übernehmen und reguläre Ausschreibungen zu umgehen.

Der Beschluss ist gefasst, kann aber ohne Zustimmung des Ministeriums für öffentliche Verwaltung nicht greifen. Bis dahin bleibt die offene Frage: Bekommt Bitola eine schnellere Gemeinde oder nur eine teurere.