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Shtip hat 27 Erstklässler weniger als im Vorjahr: Jedes Jahr verschwindet eine Klasse

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Shtip hat 27 Erstklässler weniger als im Vorjahr: Jedes Jahr verschwindet eine Klasse

Shtip nimmt dieses Jahr 336 Erstklässler auf. Im Vorjahr waren es 27 mehr. Das ist fast eine ganze Klasse, die binnen eines Jahres verschwunden ist - und das ist kein Rechenfehler, sondern ein Trend, der seit Jahren läuft.

Nach den Zahlen, die Snezhana Saneva, Leiterin des Sektors für Bildung und öffentliche Dienste in der Gemeinde Shtip, auf einer Pressekonferenz vorlegte, beginnen am 1. September 3.548 Schüler den Unterricht in den Grundschulen der Klassen eins bis neun. In der Sekundarstufe sind es 2.021, davon 508 im ersten Jahr. Insgesamt starten 5.569 Schüler das neue Schuljahr in der Stadt.

Zum Vergleich: Vor gut einem Jahrzehnt hatte Shtip über 10.000 Schüler in Grund- und Sekundarschulen zusammen. Heute sind es unter 5.600. Das ist kein Rückgang - das ist eine Halbierung innerhalb einer Generation.

Die Zahl hinter der Zahl

Der Grund ist kein Rätsel und keine Bildungspolitik. Nach der Regionenpublikation des Staatlichen Statistikamts wurden in der Ostregion 2024 genau 936 Kinder geboren, während 1.974 Menschen starben. Der natürliche Zuwachs liegt bei minus 1.038. Wenn ein Jahr tausend Menschen weniger bringt, sieht man das fünfzehn Jahre später an der Zahl der Bänke in der ersten Klasse.

Die Gemeinde sagt, der Unterschied sei dieses Jahr kleiner als in den Vorjahren - technisch korrekt, aber es ist der Trost der Sorte „wir fallen langsamer“. Saneva verwies darauf, dass auch die Sekundarstufe schrumpft, hielt das aber nicht für aussagekräftig, da sich Schüler auch in anderen Städten einschreiben können.

Schulschließungen gibt es in Shtip nicht. Doch die neunjährige Schule „Goce Delchev“ tritt in einen Optimierungsprozess ein - ab diesem Jahr nimmt sie keine Erstklässler mehr auf und wird über fünf Jahre schrittweise geschlossen. Die Erstklässler gehen an andere Schulen. Das Wort lautet „Optimierung“, doch was geschieht, ist: eine Schule hört langsam auf zu existieren.

Im benachbarten Delchevo schließen dieses Jahr vier Außenstellen, und der Optimierungsprozess erfasst mehrere Klassen in der ganzen Region.

Das ist der Teil, der beim Thema Abwanderung selten laut gesagt wird. Es geht nicht nur die Arbeitskraft - es geht auch die nächste Generation, die hier nie geboren werden wird. Die Schulbank ist das präziseste demografische Instrument, das wir haben, weil sie nicht lügt und sich nicht nachkorrigieren lässt. Die Frage für Shtip und den ganzen Osten lautet nicht, wer den Unterricht hält, sondern wem.