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Skopjes Gymnasien bekommen Labore und ein smartes Gewächshaus mit Sensoren

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Skopjes Gymnasien bekommen Labore und ein smartes Gewächshaus mit Sensoren

Die Gymnasien in Skopje bekommen neue Mathematik- und Physikräume, Chemie- und Biologielabore, interaktive Panels und - ein smartes Gewächshaus mit Sensoren und Wetterstation. Funktioniert all das wie versprochen, lernt ein Skopjer Schüler im Herbst Physik anders als sein Vater.

Skopjes Bürgermeister Orce Gjorgjievski teilte mit, die Räume würden derzeit hergerichtet und erhielten neue Lehrausstattung, didaktische Hilfsmittel, interaktive Technik und an moderne Bedürfnisse angepasstes Schulmobiliar.

Die Idee ist, zumindest auf dem Papier, richtig. „Statt die Gesetze der Physik und mathematische Konzepte nur über Formeln an der Tafel zu lernen, können Schüler sie an realen Modellen, präzisen Messungen und praktischen Experimenten verstehen und nachweisen“, sagt Gjorgjievski. Über die interaktiven Panels sollen komplexe wissenschaftliche Konzepte per Video, Simulation und dreidimensionalem Modell vermittelt werden.

Das Gewächshaus ist der interessanteste Teil

Das am wenigsten erwartete Element des gesamten Projekts ist zugleich das beste. Gebaut wird ein smartes Gewächshaus als Schullabor, ausgestattet mit Sensoren und Mikrocontrollern zur Überwachung und Regelung von Temperatur, Bodenfeuchte, Bewässerung und Düngung. Ein Teil der Systeme lässt sich per Smartphone-App verfolgen und steuern.

Im Gewächshaus werden eine Wetterstation und eine professionelle Agrarstation installiert, über die Schüler selbst Daten zu Wetter- und Bodenbedingungen sammeln und auswerten können. Das Gewächshaus läuft ganzjährig, mit Gemüse-, Obst- und Blumenkulturen - vom Setzling bis zur voll entwickelten Pflanze.

Genau das fehlt dem mazedonischen Sekundarschulwesen: ein Ort, an dem Physik, Biologie, Programmieren und Landwirtschaft nicht vier getrennte Fächer sind, sondern ein und dieselbe Sache aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Landwirtschaft ist zudem der größte Wirtschaftszweig, in dem sich solches Wissen direkt auszahlt.

Jetzt kommt der schwierige Teil

Klassenräume auszustatten ist ein sichtbares Projekt. Es fotografiert sich gut, ein Band wird durchschnitten, es wird verkündet. Was danach kommt, ist schwerer und wird von niemandem gefilmt.

Ein interaktives Panel ohne geschulte Lehrkraft ist ein teurer Fernseher. Ein Chemielabor ohne Reagenzien im Haushalt des kommenden Jahres ist ein hübscher Raum mit Glasflaschen. Ein Gewächshaus mit Sensoren braucht jemanden, der es wartet, wenn im Februar ein Sensor ausfällt.

Nichts davon spricht gegen die Investition - im Gegenteil, sie ist nötig und kommt Jahre zu spät. Es ist nur die Erinnerung daran, dass das Projekt nicht endet, wenn die Ausstattung ins Klassenzimmer getragen wird. Dann fängt es eigentlich erst an.

Das Schuljahr beginnt in wenigen Tagen. Dann wird sich zeigen, wie viel davon fertig ist und wie viel noch „in Arbeit“.