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12.04.2026
Während Skopje seit Jahren an der Tür Brüssels wartet wie am Schalter im Rathaus, setzte sich Belgrad gestern in Washington hin und unterzeichnete Abkommen zu Energie, Militär, 5G und Weltraum. Nicht über die EU, nicht über irgendjemanden - direkt mit dem State Department. Serbien öffnete das, was es ein „neues Kapitel” in den Beziehungen zu Amerika nennt, und der Balkan schaut wieder einmal zu, wer wo auf dem geopolitischen Schachbrett steht.
Außenminister Marco Rubio und der serbische Außenminister Marko Đurić führten den ersten strategischen Dialog zwischen den beiden Ländern. Von amerikanischer Seite lautete die Botschaft, der Dialog festige die auf Frieden, Sicherheit und Wohlstand ausgerichtete Zusammenarbeit. Von serbischer Seite - dass ein „institutioneller Rahmen für weitere strategische Zusammenarbeit” beginne. In diesem Jahr werden 145 Jahre diplomatischer Beziehungen begangen.
Strom, Netze und Geld
Die beiden Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung zu Energieinfrastruktur und regionaler Energiesicherheit. Washington begrüßte Serbiens frühere Entscheidung, mit dem Wasserkraftwerk Đerdap III fortzufahren, als erstes Vorhaben unter dem Energieabkommen und Schritt zur serbischen Energieunabhängigkeit. Zugleich genehmigte die amerikanische Exim-Bank eine Exportkreditgarantie von 50 Millionen Dollar für Telekom Serbien, zum Aufbau von 5G-Netzen mit „vertrauenswürdigen Zulieferern”.
Die Formulierung „vertrauenswürdige Zulieferer” ist kein Zufall. Es ist eine diplomatische Art zu sagen: keine chinesischen. Serbien, das jahrelang zwischen Moskau, Peking und dem Westen balancierte, sendet nun ein Signal in eine Richtung. Die Frage ist, wie lange diese Balance hält - und was das für die Nachbarn bedeutet.
Waffen, Minenräumung und Weltraum
Beide Seiten versprachen eine intensivere militärische Zusammenarbeit und lobten die zwei Jahrzehnte enger Arbeit zwischen der Nationalgarde von Ohio und der serbischen Armee. Serbien beantragte den Kauf amerikanischer Verteidigungsausrüstung, um seine Streitkräfte anzugleichen. Die USA stellten außerdem 1,5 Millionen Dollar für die zivile Minenräumung bereit - das Beseitigen von Minen und nicht explodierter Munition, ein Erbe, das der Balkan nur zu gut kennt.
Das Abkommen reicht auch in den Weltraum: Serbien tritt dem Artemis-Programm bei und unterzeichnet die Artemis-Abkommen zur Erforschung des tiefen Weltraums. Unterzeichnet wurde auch ein Memorandum zu den Fulbright-Stipendien, mit einem serbischen Beitrag von 300.000 Dollar jährlich. Belgrad kündigte die Eröffnung neuer Konsulate in Miami und San Francisco an, und die USA bestätigten ihre Teilnahme an der spezialisierten EXPO 2027 in Belgrad.
Đurić sagte, der strategische Dialog werde eine „regelmäßige, kontinuierliche und strukturierte Kommunikation auf hoher Ebene” sicherstellen. Aus dem Diplomatischen übersetzt: Serbien hat nun eine direkte Leitung nach Washington, die viele Länder der Region nicht haben. Mazedonien ist NATO-Mitglied, wartet seit Jahrzehnten auf die EU, und hat dennoch kein solches Paket an Abkommen auf dem Tisch. Bringt die Mitgliedschaft in Bündnissen eine solche Behandlung, oder bekommen nur jene, die es verstehen, mit allen Seiten gleichzeitig zu verhandeln, solche Angebote?
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