Skip to content

Russland genehmigt serbischen Fluglinien Linienflüge nach Kaliningrad, der Exklave zwischen zwei NATO-Staaten

1 Min. Lesezeit
Teilen
Russland genehmigt serbischen Fluglinien Linienflüge nach Kaliningrad, der Exklave zwischen zwei NATO-Staaten

Russland hat serbischen Fluggesellschaften Linienflüge nach Kaliningrad genehmigt, teilte das russische Verkehrsministerium mit. Die Vereinbarung ist Teil des Luftverkehrsabkommens beider Länder und sieht vor, dass bestimmte serbische Anbieter im Linienbetrieb in diese Region fliegen.

Wann die Flüge beginnen und welche Gesellschaft sie durchführt - nicht gesagt. Genau das fehlt in der Mitteilung, und genau das hätte darin stehen müssen.

Kaliningrad ist kein gewöhnliches Ziel. Es ist eine russische Exklave an der Ostsee, physisch vom Mutterland getrennt, eingeklemmt zwischen Litauen und Polen - zwei NATO-Mitgliedern. Seit 2022 ist die Region einer der angespanntesten Punkte im europäischen Norden: Streit um den Transit durch Litauen, erhöhte militärische Aktivität im umliegenden Luftraum, regelmäßige Zwischenfälle.

Die letzte Luftverbindung

Serbien ist eines der wenigen europäischen Länder, das nach den Sanktionen von 2022 die direkte Linienverbindung nach Russland behielt. Nachdem die Europäische Union russischen Airlines ihren Luftraum sperrte und Russland gleichzog, flog Air Serbia weiter zwischen Belgrad und russischen Städten. Das Ergebnis: Belgrad wurde zum direkten Luftkorridor zwischen Russland und Europa - außerhalb der Zuständigkeit der Union.

Heute fliegt keine einzige EU-Airline nach, aus oder über russisches Gebiet. Die europäische Luftfahrtsicherheitsagentur rät weiterhin davon ab, in bestimmten Zonen des westrussischen Luftraums zu fliegen.

Serbien eröffnet also eine neue Linie in genau diesen Teil der Karte - und das in einer Woche, in der Belgrad wegen der Beerdigung von Ratko Mladić ohnehin in den Schlagzeilen war. Ein Land, das formal auf die Unionsmitgliedschaft zusteuert und praktisch eine Luftbrücke zu einer Exklave zwischen zwei NATO-Staaten baut.

Die Frage für Brüssel lautet, ob das als Handelssache oder als politische Botschaft behandelt wird. Die bisherige Erfahrung sagt: Solche Entscheidungen werden leise kommentiert, in einen Bericht geschrieben und dann wieder auf den Tisch gelegt, wenn es zu spät ist, sie zu ändern.