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Vucic behauptet, eine künftige Regierung werde Serben zu Thompson-Konzerten zwingen - am selben Tag, an dem sein Minister bei einer Gedenkfeier für Mladic war

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Vucic behauptet, eine künftige Regierung werde Serben zu Thompson-Konzerten zwingen - am selben Tag, an dem sein Minister bei einer Gedenkfeier für Mladic war

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat in einer Sendung des Fernsehens von Nis eine Behauptung aufgestellt, die man zweimal lesen sollte: Komme in Serbien eine neue Regierung an die Macht, werde sie Serben zwingen, Konzerte von Marko Perkovic Thompson zu besuchen.

„Merken Sie sich meine Worte. Wenn die Regierung wechselt, merken Sie sich, was ich Ihnen jetzt sage: Die künftige Regierung in Serbien wird Serben zwingen, zu Thompsons Konzerten zu gehen, und wird uns erzählen, das sei ein neuer Patriotismus und eine neue europäische Zusammenarbeit“, sagte Vucic. Im selben Zusammenhang erwähnte er den Gruß „Za dom spremni“ und behauptete, jede folgende Administration werde ihn als patriotische Pflicht propagieren.

Derselbe Mann, ein anderer Anlass

Vucic hatte Thompsons Konzerte in Vukovar schon früher mit NS-Symbolik verglichen und ausdrücklich erklärt, „Za dom spremni“ sei das Äquivalent zu „Sieg Heil“. Er kritisierte auch Liedtexte mit Bezügen zu Serbien und warnte vor wachsendem Nationalismus in Teilen Europas, unter Berufung auf Serbiens antifaschistische historische Position.

All das fiel an jenem Sonntag, an dem in Belgrad eine Gedenkfeier für einen verurteilten Kriegsverbrecher stattfand, zu der ein Minister seiner Regierung erschien. Antifaschismus funktioniert als Argument hervorragend, solange er auf den Nachbarn zielt.

Die Wahlarithmetik hinter dem Satz

Das ist keine Analyse des Musikgeschmacks. Das ist eine Vorwahlkonstruktion, in der die Opposition nicht für ihre Vorschläge angegriffen wird, sondern für das, was sie hypothetisch tun würde - etwas, das sie weder gesagt noch angekündigt hat. Der Mechanismus ist bekannt: Kannst du die Opposition auf ihrem Terrain nicht schlagen, verlege die Debatte auf ein Terrain, auf dem jede ihrer Antworten wie eine Rechtfertigung aussieht.

Auf dem Balkan nutzen dieses Werkzeug mehr Kabinette, als es zugeben möchten. Statt was wir tun werden: Stimmt gegen das, was die tun werden. Die Frage, die jeder Wähler stellen sollte, ist einfach: Wie viele konkrete Maßnahmen habe ich in derselben Erklärung gehört?

Und es gibt eine praktische Folge. Jeder solche Satz erweist ausgerechnet Thompson einen Dienst - er hält ihn in der Regionalnachricht, erhöht sein Gewicht und gibt allen Seiten einen Grund, beim selben Thema zu bleiben. Der eigentliche Gewinner dieser Aussage ist weder die Regierung noch die Opposition.