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Skopje sammelte in sechs Monaten über 82.000 Tonnen Müll, doch wilde Deponien entstehen ausgerechnet im Zentrum: 274 Bußgelder gegen 14.500 Kubikmeter

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Skopje sammelte in sechs Monaten über 82.000 Tonnen Müll, doch wilde Deponien entstehen ausgerechnet im Zentrum: 274 Bußgelder gegen 14.500 Kubikmeter

Die vom Betrieb „Kommunale Hygiene" veröffentlichten Zahlen klingen beeindruckend - und das sind sie auch, doch dahinter steckt eine Geschichte, die jeder Bewohner Skopjes gut kennt. In den ersten sechs Monaten des Jahres hoben die Teams 82.296 Tonnen gemischten Siedlungsabfall aus Haushalten und Betrieben im gesamten Stadtgebiet auf und transportierten ihn ab. Das ist das Gewicht einer ganzen Lkw-Flotte - jeden Tag, Monat für Monat.

Interessanter ist aber die zweite Zahl. Im selben Zeitraum wurden 14.535 Kubikmeter Abfall von wilden Deponien in allen Gemeinden Skopjes beseitigt. Die größte Menge unsachgemäß entsorgten Mülls - 2.385 Kubikmeter - wurde ausgerechnet in der Gemeinde Zentrum, im Herzen der Stadt, geräumt. Wilde Deponien im Zentrum der Hauptstadt, im Jahr 2026: Das ist kein Kapazitätsproblem, sondern ein Gewohnheitsproblem.

Der Betrieb gibt zudem an, dass die Öko-Patrouille in sechs Monaten 274 Protokolle gegen Privatpersonen und Betriebe erstellt hat, die beim unsachgemäßen Entsorgen von Abfall ertappt wurden. Das klingt nach Durchsetzung - doch 274 Bußgelder gegen 14.500 Kubikmeter wilde Deponie zeigen, wie weitmaschig dieses Netz ist. Wer seinen Müll neben den Container wirft, wird selten erwischt, und wenn doch, ist das Protokoll eine schwächere Drohung als die Gewohnheit.

Die Arbeiter waschen in den späten Abendstunden Boulevards, kehren Plätze in drei Schichten und reinigen rund um die Steinbrücke und den Alten Basar. Sie hielten auch Workshops in Schulen ab, in denen 747 Kinder den richtigen Umgang mit Abfall lernten - vielleicht die wichtigste Zahl von allen, denn Gewohnheiten ändern sich bei Kindern, nicht durch Protokolle bei Erwachsenen. Die offene Frage ist so alt wie die Stadt selbst: Während die einen 82.000 Tonnen wegräumen, warum schaffen die anderen weiter wilde Deponien ausgerechnet dort, wo sie jeder sieht?