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Ein Stadtrat in Bitola „deckte” 700 Fehltage mit Bescheinigungen ohne Aktenzeichen - wer wird dafür geradestehen?

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Ein Stadtrat in Bitola „deckte” 700 Fehltage mit Bescheinigungen ohne Aktenzeichen - wer wird dafür geradestehen?

Wie deckt man ein vierjähriges Mandat als Stadtrat mit Abwesenheitsbescheinigungen ab? Die Frage wirft der Fall von Borče Korlevski auf, einem Stadtrat in Bitola, der den Berichten zufolge im Lauf seiner Amtszeit Bescheinigungen über Arbeitsabwesenheit für rund 700 Arbeitstage erhielt - fast drei volle Arbeitsjahre. Allein 2023 wurde ihm bei 244 Arbeitstagen für 169 Urlaub bewilligt.

Das Detail, das den Fall verdächtig macht: Die von der damaligen Ratsvorsitzenden Gabriela Ilievska unterschriebenen Bescheinigungen trugen keine offiziellen Nummern in den städtischen Akten. Dokumente ohne Aktenzeichen - formal fast unsichtbar, aber genug, um Hunderte Fehltage zu decken. Wenn ein einziges nummernloses Blatt Papier drei Jahre Arbeitsanwesenheit ersetzen kann, geht es nicht um einen Stadtrat, sondern um die gesamte Kontrolle.

Korlevski entgegnete, er sei „nur ein Jahr regulär angestellt” gewesen, beim Kraftwerk REK Bitola, und habe die übrige Zeit als Subunternehmer anderswo gearbeitet. Er behauptet auch, alle seine Ratsbezüge an Bürgerorganisationen und Wohltätigkeit gespendet zu haben - Schulrenovierungen, Krankenhausausstattung. Mag sein. Aber die Frage der Arbeitsanwesenheit und die Frage, wo die Bezüge gelandet sind, sind zwei verschiedene Dinge.

Die Vorsitzende Ilievska räumte ein, Bescheinigungen an Ratsmitglieder ausgestellt zu haben, sagte aber, sie habe „weder die gesetzliche Pflicht noch die Möglichkeit gehabt zu prüfen, ob die Ratsmitglieder sie missbraucht haben”, und schob die Verantwortung auf die Arbeitgeber. Das klassische Balkan-Schema - jeder unterschreibt, keiner prüft, und wenn die Sache platzt, zeigen alle auf jemand anderen. Wer steht am Ende gerade, wenn das System so gebaut ist, dass Verantwortung nirgends wohnt?