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Jandroković: Serbien rüstet mit Angriffswaffen auf, und Brüssel öffnet die Erweiterung schneller als je zuvor

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Jandroković: Serbien rüstet mit Angriffswaffen auf, und Brüssel öffnet die Erweiterung schneller als je zuvor

„Serbien rüstet nicht nur mit Verteidigungs-, sondern mit offensiven Angriffswaffen auf. Das müssen wir unseren westlichen Verbündeten sagen. Wir dürfen davor nicht davonlaufen.“ Den Satz sprach Gordan Jandroković, Präsident des kroatischen Parlaments, auf einer Konferenz kroatischer Botschafter, Konsuln und Militärattachés.

Das ist keine anonyme Quelle und keine Parteimitteilung. Es ist der zweite Mann eines Staates, der die eigenen Diplomaten anweist, was sie im Ausland vermitteln sollen. Der Unterschied zählt, denn solche Sätze fallen selten zufällig.

Die europäische Säule und die amerikanische Gewohnheit

Jandroković knüpfte die Aussage an ein größeres Argument: Europa müsse die eigene Sicherheit und die europäische Säule der NATO stärken, weil sich die internationale Ordnung verändert. Jahrzehntelang, sagte er, habe der Kontinent im Vertrauen auf amerikanische Sicherheitsgarantien gelebt, was manche Staaten dazu gebracht habe, ihre eigenen Verteidigungskapazitäten verkommen zu lassen.

Das ist eine Diagnose, der schwer zu widersprechen ist. Die Frage ist, was ihr folgt. Eine europäische Säule zu stärken bedeutet Haushalte, Fabriken und Entscheidungen über Jahrzehnte. Erklärungen halten einen Arbeitstag.

Die Erweiterung läuft, aber für wen

Am selben Tag kam eine weitere Zahl. Erweiterungskommissarin Marta Kos teilte mit, 2026 sei ein Rekordjahr für Fortschritte bei der EU-Erweiterung: In acht Monaten wurden mehr Verhandlungskapitel geöffnet und geschlossen als in irgendeinem Jahr der vergangenen 25. Montenegro könne, so sie, bis 2028 Mitglied werden.

Acht Monate gegen fünfundzwanzig Jahre. Die Zahl klingt beeindruckend, bis man fragt, warum die vorherigen fünfundzwanzig so waren, wie sie waren. Die Region hat sich nicht über Nacht verändert, die Verwaltungskapazität auch nicht. Verändert hat sich das geopolitische Kalkül in Brüssel, und das ist eine andere Motivation als Verdienst.

Jandroković fügte etwas Merkenswertes hinzu: Westliche Staatschefs kennen die Dynamik der Region oft nicht, weil die neuen politischen Eliten kein Wissen über die Geschichte des früheren Jugoslawien und über die Politik von Slobodan Milošević haben. Anders gesagt: Wer über den Balkan entscheidet, weiß immer weniger, worüber er entscheidet.

Wir haben also eine Erweiterung, die schneller läuft als je zuvor, und Verbündete, die weniger wissen als je zuvor. Ob das eine gute oder schlechte Kombination ist, hängt vollständig davon ab, wer die Lücken in ihrem Wissen füllt.