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Die Ukraine steckt die Lager des „russischen Amazon” in Brand: Zwei Milliarden Dollar zu Asche geworden

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Die Ukraine steckt die Lager des „russischen Amazon” in Brand: Zwei Milliarden Dollar zu Asche geworden

Der Krieg hat den Schützengraben längst verlassen und das Lager erreicht. Die Ukraine hat zwei weitere große Wildberries-Lager zerstört - den größten russischen Onlinehändler, die russische Version von Amazon - bei Angriffen auf Objekte bei Krasnodar und in Stawropol. Der geschätzte Schaden bewegt sich zwischen 150 und 230 Milliarden Rubel, also rund zwei Milliarden Dollar. Das ist kein zufälliges Ziel, das ist eine Botschaft.

Wildberries, 2004 gegründet, hält über 40 Prozent des russischen Einzelhandelsmarktes und erzielt einen Jahresumsatz von über 30 Milliarden Dollar. Doch die Plattform verkauft nicht nur Kleidung und Kosmetik - sie verkauft auch Drohnen und Militärausrüstung und dient als Kanal zur Umgehung von Sanktionen im Wert von Hunderten Millionen jährlich. Mit anderen Worten, ukrainische Drohnen treffen kein gewöhnliches Internet-Shopping, sondern einen Teil der Maschinerie, die die russische Kriegswirtschaft nährt.

Am zynischsten ist die Reaktion des Unternehmens selbst. Wildberries teilte mit, es werde seinen Verkäufern den Schaden nicht ersetzen. Am 7. Juli, nur Tage vor den Angriffen, änderte es die Geschäftsbedingungen - es strich die „Höhere-Gewalt”-Klauseln und schloss ausdrücklich jede kriegsbezogene Entschädigung aus. Jemand in der Geschäftsführung wusste offensichtlich, was kommt, und schützte sich vorab - auf dem Rücken der kleinen Händler.

Das ist das Gesicht der modernen Kriegsführung: Nicht nur die Brücke wird zerstört, sondern die Lieferkette. Seit 2022 greift Russland systematisch ukrainische Krankenhäuser, Kraftwerke und Logistikzentren an. Jetzt schlägt die Ukraine mit derselben Logik zurück - wenn Infrastruktur eine Waffe ist, dann ist auch das Lager eine Front.

Für den Balkan, der gut weiß, wie es aussieht, wenn sich die Wirtschaft in ein Schlachtfeld verwandelt, ist dieses Bild nicht fremd. Wenn der Krieg Lager, Preise, Arbeitsplätze und Versorgung trifft, leiden gewöhnliche Menschen fern der Front - der Händler, der seine Ware nicht zurückbekommt, der Käufer, der das Paket nicht erhält. Der Krieg kostet immer die am meisten, die ihn am wenigsten wollten.

Und die Frage, die in der Luft hängt, ist einfach: Wenn ein „gewöhnlicher” Onlinehändler zum legitimen militärischen Ziel wird, wo verläuft dann noch die Grenze zwischen zivil und militärisch? Die Antwort, so fürchten wir, schreiben die Raketen - nicht die Juristen.