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Ein drei Jahre altes Kernreaktor-Startup ist 6 Milliarden wert: nicht wegen des Klimas, sondern wegen des Stroms für die KI

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Ein drei Jahre altes Kernreaktor-Startup ist 6 Milliarden wert: nicht wegen des Klimas, sondern wegen des Stroms für die KI

Ein drei Jahre altes Startup, das kleine modulare Kernreaktoren baut, sammelt Geld bei einer geschätzten Bewertung von 6 Milliarden Dollar (rund 5,5 Milliarden Euro) ein. Die Firma heißt Valar Atomics, und die Runde soll von Sequoia Capital angeführt werden. Vor gerade einmal vier Monaten, im März, war dieselbe Firma dreimal weniger wert - 2 Milliarden Dollar. Die Kernenergie ist offenbar wieder in Mode - diesmal aber nicht wegen des Klimas, sondern wegen des Stroms, den die KI-Rechenzentren verschlingen.

Die Zahlen erzählen für sich schon eine Geschichte. Die vorige Runde brachte 450 Millionen Dollar - 340 Millionen Eigenkapital und 110 Millionen Schulden. Die neue ist als Milliardenrunde angelegt, aber mit einem Trick, der in der Ära der KI-Finanzierung Standard geworden ist: Das Geld kommt in Tranchen, zu unterschiedlichen Bewertungen. Praktisch zahlen verschiedene Investoren einen anderen Preis für dieselbe Aktie - was den wahren Moment, in dem die Firma tatsächlich im Wert sprang, schön verschleiert.

Hinter den Zahlen steht eine Person mit einer Biografie, wie geschneidert für den Investoren-Pitch. Gründer Isaiah Taylor ist 27, verließ die Schule mit 16 und hatte bereits zwei Firmen geführt, bevor er diese startete. Sein Urgroßvater war Kernphysiker am „Manhattan\"-Projekt - das Detail, das kein Investoren-Deck auslässt, selbst wenn es nichts damit zu tun hat, ob der Reaktor funktioniert.

Die Technologie ist real, nicht bloß eine Präsentation. Valar nutzt heliumgekühlte Hochtemperatur-Gasreaktoren und kündigte an, dass einer seiner Reaktoren bereits einen KI-Chip von Nvidia versorgt habe. Der Plan sind Hunderte solcher Module - eigens für Rechenzentren, die Strom verbrauchen wie kleine Städte. Im selben Sektor kämpfen bereits Kairos Power, TerraPower (hinter dem Bill Gates steht) und NuScale Power.

Es gibt ein Detail, das verrät, woher der Wind weht. Valar verklagt die US-Atomaufsichtsbehörde, gemeinsam mit mehreren Bundesstaaten und Konkurrenten, mit dem Argument, die Behörde wende ihre langen Genehmigungsverfahren ungerechtfertigt auch auf Testreaktoren an. Mit anderen Worten: Startups wollen Kernreaktoren schneller bauen, als der Regulierer es erlauben will. Auf dem Balkan, wo selbst eine gewöhnliche Baugenehmigung sich über Monate zieht, klingt die Idee, dass sich jemand beschwert, eine Atomlizenz dauere zu lange, beinahe wie Science-Fiction.