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Der Weg nach Brüssel führt wieder durch Sofia: Wie viel Identität ist ein Platz am Tisch wert?

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Der Weg nach Brüssel führt wieder durch Sofia: Wie viel Identität ist ein Platz am Tisch wert?

Der Weg nach Brüssel führt wieder durch Sofia - und durch die mazedonische Identität. Die oppositionelle VMRO-DPMNE warf Minister Venko Filipče und der SDSM vor, zu neuen "nationalen Zugeständnissen" für die EU-Mitgliedschaft bereit zu sein, nach dem Modell des früheren Premiers Zaev. Auf der anderen Seite erklärte Bulgarien aus Brüssel, dass es ohne Verfassungsänderungen keinen Fortschritt gibt.

Die Opposition behauptet, Filipče sei bereit, die "mazedonische Geschichte neu zu definieren", um den Premiersessel zu sichern, und erinnert an die bulgarischen Positionen: dass die mazedonische Sprache ein bulgarischer Dialekt gewesen sei, dass Mazedonier und Bulgaren ein Volk in zwei Staaten seien und dass die mazedonischen Revolutionäre Bulgaren gewesen seien. "Die Bürger haben das bei mehreren Wahlen abgelehnt und werden keinen weiteren Zaev akzeptieren", heißt es in der Mitteilung.

Die bulgarische Seite wiederum formuliert ihre Position als Sache zwischen der EU und einem Kandidatenland um, nicht als bilateralen Streit. Die Ministerin erklärte, "seit 2022 ist das keine bilaterale Frage". Sie warnte, Albanien und Montenegro kämen voran, während Mazedonien zurückzufallen drohe: "Dieses Erweiterungsfenster könnte sich in den kommenden Jahren öffnen, und wenn sie die Chance nicht nutzen, können sie wirklich verlieren."

Der mazedonische Minister Timčo Mucunski erwiderte, der Prozess müsse "von bilateraler Konditionierung befreit" werden. Doch der Rahmen von 2022 bleibt hart: Änderung der Präambel der Verfassung zur Aufnahme der Bulgaren, Ratifizierung des Freundschaftsvertrags, Kampf gegen Hassrede, Öffnung der kommunistischen Archive.

Hinter all der diplomatischen Terminologie steht eine Frage, die die Mazedonier seit Jahrzehnten mit sich tragen: Wie viel der eigenen Identität ist ein Platz am Tisch in Brüssel wert? Das ist keine Frage für die Politiker - es ist eine Frage, auf die die Bürger bei Wahlen schon mehrmals geantwortet haben. Die Frage ist, ob jemand zuhört.