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Brand auf einem Schiff im Hafen von Qingdao: 20 Tote und fünf Vermisste von 42 Menschen auf einem Schiff in Reparatur

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Brand auf einem Schiff im Hafen von Qingdao: 20 Tote und fünf Vermisste von 42 Menschen auf einem Schiff in Reparatur

Mindestens 20 Menschen sind gestorben, fünf gelten als vermisst, nachdem ein Frachtschiff im chinesischen Hafen Qingdao in Brand geriet, während es dort vor Anker lag. An Bord waren insgesamt 42 Personen - zwölf wurden sicher evakuiert.

Zwanzig Tote und fünf Vermisste von zweiundvierzig. Das ist eine halbe Besatzung und eine halbe Arbeitsschicht, an einem Nachmittag, auf einem Schiff, das überhaupt nicht fuhr.

Nach einem von der staatlichen Agentur Xinhua veröffentlichten Foto wurde das Schiff als „Ocean Melody“ identifiziert, das unter liberianischer Flagge fährt, wie Daten der öffentlich zugänglichen Schiffsverfolgungsseite VesselFinder zeigen.

Das Schiff war in Reparatur

Genau das ist das entscheidende Detail: Das Schiff war nicht unterwegs, sondern in Reparatur auf der Werft „Beihai Shipbuilding“ in Qingdao, einem der größten Seeverkehrsknoten an Chinas Nordostküste.

Ein Schiff in Reparatur bedeutet Menschen, die drinnen arbeiten, nicht eine Besatzung an Deck in Fahrt. Das erklärt auch die Zahl: zweiundvierzig auf einem vor Anker liegenden Schiff sind weit mehr als eine gewöhnliche Besatzung. Was genau den Brand auslöste, muss die Untersuchung erst feststellen.

Chinas Präsident Xi Jinping erteilte „wichtige Anweisungen“ für die dringende Durchführung der Rettungsaktion für die Vermissten. Die zuständigen Behörden prüfen weiterhin das Ausmaß des Vorfalls und den Umfang des Schadens.

Liberianische Flagge, chinesische Werft

Was selten in die Schlagzeilen kommt, ist die Registrierung. Liberia ist eine der größten „Billigflaggen“ der Welt - ein Land, unter dessen Flagge Tausende Schiffe fahren, die nie einen liberianischen Hafen gesehen haben, weil diese Registrierung billigere Steuern und lockerere Pflichten gegenüber der Besatzung bedeutet.

Wenn ein solches Schiff in einem dritten Land brennt, wird die Frage der Verantwortung zum Labyrinth: Der Eigentümer sitzt in einer Jurisdiktion, die Flagge in einer anderen, die Werft in einer dritten, und die Besatzung - meist aus einer vierten. Die Untersuchung wird zeigen, wer die Sicherheitsverfahren übersprungen hat. Die Frage ist, ob ein solcher Befund überhaupt jemanden erreicht, der zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Zwanzig Familien warten heute auf eine Information. Fünf warten auf etwas noch Schwereres - darauf, dass die Zahl sich schließt.