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Bulgarien wahlt zum achten Mal in funf Jahren: Radev verspricht das Ende der Oligarchie und neue Beziehungen zu Moskau

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Die Bulgaren wahlen heute - zum achten Mal in funf Jahren. Achte Parlamentswahlen. Irgendwo zwischen Sofia und Plovdiv gehen die Burger mit einem Enthusiasmus zur Wahl, der sicher mit jeder Wiederholung nachlasst. Doch diesmal sagen die Umfragen einen klaren Sieger voraus: den ehemaligen Prasidenten Rumen Radev.

Radev, ehemaliger Luftwaffengeneral, setzt sich fur die Wiederherstellung der Beziehungen zu Russland ein und kritisiert die Militarhilfe fur die Ukraine. Seine neu gegrundete Mitte-links-Partei "Progressives Bulgarien" lag in Umfragen bei rund 35 Prozent.

Anti-Korruptions-Plattform mit russischem Unterton

Radev will Bulgarien vom "oligarchischen Regierungsmodell" befreien und unterstutzte die Anti-Korruptions-Proteste Ende 2025, die die Regierung sturzten. Er verspricht, Brusseler Entscheidungen nicht zu blockieren - kritisiert aber scharf die grunen Energiepolitiken der EU und nennt sie naiv in einer "Welt ohne Regeln".

Fur Kontroversen sorgte er, als er bei einer Wahlkampfveranstaltung Fotos mit Weltfuhrern zeigte, darunter der russische Prasident Wladimir Putin. Fur proeuropaische Wahler eine Provokation. Fur seine Anhanger ein Beweis, dass er mit allen Seiten reden kann.

Bojko Borissow und sein proeuropaischer GERB werden auf Platz zwei mit etwa 20 Prozent projiziert. Radev lehnte eine Koalition mit GERB und DPS-Chef Deljan Peewski ab, der von den USA und Grossbritannien wegen Korruption sanktioniert wurde.

Die Polizei beschlagnahmte in den letzten Wochen uber eine Million Euro und nahm Hunderte fest, darunter lokale Funktionare, bei Aktionen gegen Stimmenkauf. Achte Wahlen in funf Jahren - und der Stimmenkauf ist immer noch eine Industrie. Klingt bekannt?