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Frittata: die italienische Schwester der Tortilla, die kein Wenden braucht - das ganze Geheimnis liegt in der Hitze, nicht in der Kraft

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Frittata: die italienische Schwester der Tortilla, die kein Wenden braucht - das ganze Geheimnis liegt in der Hitze, nicht in der Kraft

Wenn die spanische Tortilla eine Wendekunst verlangt, die die Hälfte von uns nie beherrschte, ist die italienische Frittata ihre ruhigere Schwester - dasselbe Konzept, weit weniger Drama. Kein Wenden. Auf dem Herd beginnen, im Ofen vollenden, und fertig.

Die Basis ist einfach: zwei bis zweieinhalb Eier pro Person, Salz, Pfeffer und etwas Butter oder Olivenöl (oder beides). Wer eine cremigere Textur will, gibt einen Löffel Sauerrahm, Ricotta oder geriebenen Käse hinzu - Parmesan, Pecorino oder Mozzarella. Die Eier sanft verquirlen, nur bis sie sich verbinden, nicht mehr.

Hier liegt das ganze Geheimnis, und es liegt in der Hitze, nicht in der Kraft. Die übrigen Zutaten - Spinat, Zwiebel, Zucchini, Spargel, Erbsen, Speck, Pilze, sogar Nudelreste - werden zuerst angebraten und gut abgetropft. Dann werden die Eier in eine ofenfeste Pfanne mit erhitzter Butter gegossen und bei kleiner Flamme ohne Rühren stehen gelassen, bis die Ränder fest werden.

Der Abschluss kommt in einen auf 180 Grad vorgeheizten Ofen, nur zwei bis vier Minuten - genug, damit die Mitte fest wird, aber cremig bleibt, nicht trocken. Dann obligatorisch fünf Minuten ruhen vor dem Schneiden. Die Frittata mag keine Eile, und genau deshalb ist sie ein gutes Abendessen für Tage, an denen man keine Geduld für etwas Komplizierteres hat.

Die balkanische Küche kennt diese Logik auch ohne italienischen Namen - jede Großmutter machte etwas Ähnliches mit den Resten von gestern, Eiern und dem, was im Kühlschrank ist. Die Frittata ist nur die hübschere Verpackung dessen, was wir längst wissen: dass das beste Gericht oft das ist, das rettet, was übrig blieb, ohne etwas wegzuwerfen.