Skip to content

Gold auf Sechsmonatstief: Auch Omas Ring verliert leise an Wert

1 Min. Lesezeit
Teilen
Gold auf Sechsmonatstief: Auch Omas Ring verliert leise an Wert

Gold ist auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. Die August-Futures sackten auf 4.046 Dollar je Unze ab, den niedrigsten Wert seit November, bei einem Wochenverlust von 6,3 Prozent. Am Freitag stabilisierte sich der Preis bei rund 4.182 Dollar, doch der Druck blieb.

Der Grund ist kein Geheimnis. Die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen hoch hält - oder sie bis Jahresende sogar anhebt - macht Gold weniger attraktiv. Die Logik ist einfach: Gold bringt keine Zinsen, und wenn verzinste Anlagen mehr Rendite bieten, fließt das Geld dorthin.

Für jene, die vom Balkan aus zuschauen, bedeutet Gold etwas anderes als ein Chart an der Börse. Hier ist es kein Investitionsinstrument zum Spekulieren, sondern etwas, das man für schwarze Tage aufhebt - ein Ring von der Großmutter, ein beiseitegelegtes Kettchen, manchmal auch zu Hause verstecktes Erspartes, wenn das Vertrauen in Banken und Währungen dünn ist. Fallen die Weltmarktpreise, verliert auch diese häusliche Reserve leise an Wert, ohne dass jemand an der Tür klingelt, um es mitzuteilen.

Ob der Rückgang eine gute Kaufgelegenheit oder der Beginn eines längeren Trends ist, darüber sind sich nicht einmal die größten Analysten einig - und die sehen weit mehr Daten als jeder von uns. Eines ist sicher: Der Goldmarkt reagiert auf Zinsentscheidungen in Washington, nicht auf die Bedürfnisse eines Sparers in Skopje. Und genau dieser Abstand zwischen beiden Welten macht Gold zugleich sicher und unberechenbar.