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Vucic: Serbien ist eine Großmacht im Löschen von Bränden - und bittet vier Staaten um Hilfe

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Vucic: Serbien ist eine Großmacht im Löschen von Bränden - und bittet vier Staaten um Hilfe

Serbien brennt seit über einem Monat, und Präsident Aleksandar Vucic fuhr in die Deliblater Sandwüste, um der Nation zu sagen, sie sei - eine Großmacht. „Wir sind eine europäische Großmacht im Löschen von Bränden“, erklärte er und fügte hinzu, serbische Hubschrauber seien besser als europäische, weil sie mehr Last tragen. Das Feuer dort brennt seit dem 21. Juli.

Die Zahlen, die Vucic selbst nannte, klingen nach Erfolg - bis man sie genau liest: keine Toten, keine abgebrannten Gebäude. Verbrannt ist eine mobile Toilette. Drei Feuerwehrleute gerieten in die Gefahr eines Feuerwirbels. Das ist die Schadensliste, die die Regierung als Beleg für Spitzeneffizienz anbietet - während dasselbe Feuer rund 3.960 Hektar erfasst hat, davon 3.111 Hektar Wald.

Als die Hilfe nicht nötig war, und dann plötzlich doch

Der interessanteste Teil der Geschichte ist nicht das Feuer, sondern die Chronologie der Aussagen. Am 7. August behauptete Minister Dacic, Spanien und Frankreich bäten Serbien um Hilfe, nicht umgekehrt. Am 16. August sagte Vucic, Hilfe sei angeboten worden, aber nicht nötig gewesen. Und jetzt arbeiten Black-Hawk-Hubschrauber aus Tschechien, der Slowakei und Rumänien im Gelände, dazu eine russische Iljuschin - die russische wurde zuerst angefordert, wegen der größeren Kapazität.

Also: eine Großmacht, die Hilfe von drei Nachbarstaaten und einem fernen annimmt. Ist das eine Großmacht, oder ist es das gewöhnliche, normale System gegenseitiger Hilfe, das in ganz Europa jeden Sommer funktioniert? Der Unterschied besteht nur darin, dass die anderen dafür keine Pressekonferenz abhalten.

Neun Jahre Ausrüstung

„In den letzten neun Jahren haben wir mehr Ausrüstung beschafft als in den dreißig davor“, sagte Vucic. Der Satz ist so gebaut, dass er nach Investition klingt, sagt aber auch etwas anderes: Dreißig Jahre lang wurde fast nichts gekauft. Wenn ein Staat Brandschutzausrüstung erst dann beschafft, wenn seine Wälder wochenlang brennen, ist das keine Strategie - das ist eine Reaktion.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig. Sommer, Feuer, ein Minister in Warnweste, Kameras und eine Hektarzahl, die später niemand überprüft. Die offene Frage ist nicht, wie viele Hubschrauber Serbien hat, sondern warum ein Waldgebiet in einem Staat, der sich selbst zur Löschgroßmacht erklärt, länger als einen Monat brennt.