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Karpathy wechselte von OpenAI zu Anthropic - und wird jetzt Claude nutzen, um Claude zu trainieren

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Andrej Karpathy, einer der Mitbegründer von OpenAI, ehemaliger KI-Chef bei Tesla und einer der bekanntesten Forscher in diesem Bereich, wechselte diese Woche zu Anthropic - der Konkurrent, der in den letzten zwei Jahren OpenAI und Google regelmäßig mit dem Claude-Modell auf die Nerven ging. Der Wechsel ist nicht symbolisch. Er wird ein Team leiten, das Claude nutzen wird, um die nächsten Claude-Modelle zu trainieren.

"Ich bin zu Anthropic gestoßen", schrieb Karpathy auf X. "Ich denke, die nächsten Jahre an der LLM-Spitze werden besonders prägend. Ich freue mich sehr, zu R&D zurückzukehren."

Genauer schloss er sich dem Team für Pre-Training an - jener teuersten und intensivsten Phase, in der das Modell grundlegendes Wissen und Fähigkeiten erwirbt. Unter Nick Joseph, seinem direkten Vorgesetzten, wird Karpathy ein Team aufbauen, das erforscht, wie man Claude nutzen kann, um den Pre-Training-Prozess selbst zu beschleunigen. Mit einfachen Worten: KI-gestützte Forschung, statt nur mehr Chips zu investieren.

Das ist das wichtigste Signal von Anthropic in den letzten Monaten. Wenn OpenAI eine größere Marktbewertung hat, Google leichter zugängliche Infrastruktur und Microsoft immer mehr Kapital in OpenAI pumpt - muss Anthropic einen anderen Weg finden, an der Spitze zu bleiben. Offensichtlich ist das durch "intelligentes" Training, nicht nur mehr Training. Die Frage ist, ob das strategische Arbeitsethik ist oder die endgültige Überzeugung, dass mehr Chips das Problem nicht lösen werden.

Karpathys Karriere liest sich wie eine Chronik dieser Ära: OpenAI bis 2017, Tesla, wo er bis 2022 das Autopilot-Team leitete, wieder OpenAI bis 2024, dann sein eigenes Startup Eureka Labs für KI in der Bildung. Ob Eureka Labs weitermacht - hat er nicht klar geantwortet. "Ich bleibe tief leidenschaftlich für Bildung und plane, mit der Zeit dorthin zurückzukehren", schrieb er. Das heißt: eine Pause.

Gleichzeitig hat Anthropic noch eine weitere Bestätigung. Chris Rolf, mit 20 Jahren Cybersicherheitserfahrung (Yahoo, Meta), schloss sich ihrem "Frontier Red Team" an - dem Team, das testet, wie die Modelle für schwerere Bedrohungen missbraucht werden können. Wenn ein Unternehmen gleichzeitig in Forschungsspitze und Verteidigungswand investiert, ist das kein Zufall - das ist ein Plan.