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Kostenlose Schuluniformen für Erstklässler in Skopje: die Maßnahme ist plausibel, die Umsetzung unbekannt

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Kostenlose Schuluniformen für Erstklässler in Skopje: die Maßnahme ist plausibel, die Umsetzung unbekannt

Skopjes Bürgermeister Orce Gjorgjievski kündigte an, dass alle Schülerinnen und Schüler, die sich im ersten Jahrgang der städtischen Mittelschulen einschreiben, kostenlose Uniformen erhalten. Die Begründung ist sozial: Unterschiede zwischen Kindern und den Druck darüber, wer die teurere Kleidung trägt, sollen sinken.

„Schulen sollen Orte sein, an denen junge Menschen in Wissen, Fleiß und Erfolg wetteifern - nicht darin, wer teurere Kleidung trägt oder wessen Eltern mehr Geld haben”, sagte Gjorgjievski. Soziale Unterschiede führten oft zu Spaltung, Diskriminierung und Mobbing.

Die Idee ist gut. Die Fragen sind konkret

Die Maßnahme ist logisch und wird in vielen Bildungssystemen angewandt. Aber eine Ankündigung ist keine Umsetzung, und die Umsetzung wirft hier Fragen auf, auf die es noch keine Antworten gibt: Wann werden die Uniformen verteilt, wer wählt das Design, sind alle Mittelschulen der Stadt einbezogen, was kostet das Programm, wie läuft die Beschaffung, und wie viele Uniformen bekommt ein Schüler?

Das sind keine Kleinigkeiten. Ist die Uniform von schlechter Qualität, unbequem oder unpraktisch, wird die Maßnahme schnell zur weiteren Formalie - und die Kinder tragen sie nur so lange sie müssen. Ein Kleidungsstück pro Schüler ist in einem Land, in dem Sport bei jedem Wetter unterrichtet wird, etwas anderes als zwei oder drei.

Die Eltern sind geteilt

Ein Teil der Eltern begrüßt die Maßnahme als Schritt zu mehr Gleichheit - endlich falle der Druck auf Kinder wegen Markenkleidung weg. Andere halten die Probleme an den Schulen für tiefer und meinen, Priorität hätten bessere Lernbedingungen, moderne Ausstattung und mehr Sorgfalt bei der Sicherheit haben sollen.

„Sollen sie lernen, statt sich an Turnschuhen und T-Shirts zu messen”, kommentieren die einen. Andere fragen, ob Uniformen wirklich Einfluss auf Mobbing und Lernmotivation haben.

Was die Uniform nicht abdeckt

Aus der Stadtverwaltung heißt es, Ziel seien gleiche Bedingungen für alle Schüler und eine geringere finanzielle Last für Familien; die Maßnahme sei Teil eines größeren Pakets für ein inklusiveres Schulumfeld.

Die finanzielle Last ist real, ihre Verringerung willkommen. Doch Mobbing läuft nicht nur über Kleidung - es findet neue Marker: das Handy, die Sneaker, wohin du in den Urlaub fährst, was du zu Hause hast. Die Uniform nimmt den auffälligsten Unterschied aus dem Blickfeld. Ob sie auch den Unterschied selbst nimmt, zeigt sich nach dem ersten Schuljahr, nicht auf einer Pressekonferenz.