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Eine 960-Kilometer-Fahrt beweist, dass das Laden eines Elektroautos keine Qual mehr ist

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Eine 960-Kilometer-Fahrt beweist, dass das Laden eines Elektroautos keine Qual mehr ist

Die größte Angst von jedem, der über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, ist nicht der Preis, sondern die Frage: Was, wenn mir auf halbem Weg der Strom ausgeht? Mehr als die Hälfte der Befragten in einer amerikanischen Umfrage nannte im letzten Jahr das öffentliche Laden als Hauptsorge. Und diese Sorge war nicht grundlos - das Laden an Schnellstationen war jahrelang Glück oder Qual.

Doch etwas hat sich geändert. Ein Journalist, der seit Jahrzehnten Elektroautos fährt, beschreibt eine kürzliche Fahrt von über 960 Kilometern (600 Meilen) nach Montreal als nahezu makellos - eine Erfahrung, so anders als früher, dass er selbst überrascht war. Sie fuhren einen Audi e-tron mit einer Reichweite von nur etwa 350 Kilometern pro Ladung, nicht den etwas längeren Kia, der in der Werkstatt war. Und trotz der geringeren Reichweite meisterte das Auto die Fahrt ohne Drama.

Hier ist der Unterschied. An der ersten Station - sechs Ladegeräte mit je 300 Kilowatt, alle funktionierend, keine Schlangen, mit einem Laden und Essen direkt daneben. Der Lader akzeptierte eine gewöhnliche Bankkarte und lieferte über 140 Kilowatt. Jede Ladung dauerte etwa 20 Minuten, genau die Länge einer Mittags- oder Ruhepause. Kein einziges Mal warteten sie auf das Auto. Das einzige Hindernis auf der ganzen Fahrt war ein Kartenleser, der nicht funktionierte, also mussten sie eine App herunterladen und ihr zwanzig kanadische Dollar geben.

Um zu verstehen, welch ein Wandel das ist, lohnt es sich, sich zu erinnern, wie es früher war. Vor drei Jahren fuhr derselbe Mann mit demselben Auto nach Maine - eine halb so lange Strecke - und kam enttäuscht zurück. Der erste Lader fiel auseinander, kaum dass er angesteckt hatte. Der zweite wollte ohne einen Anruf beim Kundendienst nicht starten. An einer anderen Station versprach die App zwei funktionierende Lader von vier, und nur einer funktionierte. Sieben Stunden Fahrt und drei Anrufe beim Support. Stellen Sie sich vor, eine Tankstelle würde so funktionieren?

Persönliche Erfahrungen sind Anekdoten, aber die Daten bestätigen die Geschichte. Im Juli 2023 hatte Amerika rund 32.000 Schnelllader, viele davon nur für Tesla-Fahrer reserviert. Heute ist die Zahl mehr als doppelt so hoch, und Teslas Netz ist für fast alle offen. Und was wichtiger ist - die Stationen sind zuverlässiger: Der Zuverlässigkeitsindex sprang in einem Jahr um etwa zehn Punkte, von 85 auf Mitte 90.

Die Lücken bestehen weiterhin, die Ladegeräte gehen weiter kaputt. Doch jeden Monat kommen neue hinzu, und kaputte werden schneller repariert als früher. Und während bei uns die Infrastruktur für Elektroautos erst gebaut wird, trägt die Geschichte von der anderen Seite des Ozeans eine Lehre: Die Technik, die alle als unreif abschrieben, reifte leise, während niemand hinsah.