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Onkologin zur Vorbeugung von Darmkrebs: kein Nahrungsergänzungsmittel hilft, sechs kostenlose Gewohnheiten schon

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Wenn man an die Vorbeugung von Darmkrebs denkt - der zweithäufigste Krebs in den Industrieländern und einer der größten Todesursachen bei Menschen über 50 - ist der erste Impuls, in die Apotheke zu laufen und teure Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Dr. María Carmen Riesco, Onkologin im Madrider Krankenhaus „12 de Octubre", sagt genau das Gegenteil: „Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass irgendein Tee, Aufguss oder Nahrungsergänzungsmittel das Risiko senkt."

Die sechs Gewohnheiten, die sie empfiehlt, sind einfach, kostenlos und für die Nahrungsergänzungsindustrie unbequem. Erstens: eine ballaststoffreiche Ernährung. Obst, Gemüse, Vollkorn - sie helfen der Darmpassage und ernähren das gesunde Mikrobiom. Gleichzeitig: rotes und ultraverarbeitetes Essen begrenzen.

Zweitens: regelmäßige Bewegung. Körperliche Aktivität senkt nicht nur das Risiko eines ersten Tumors, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls bei bereits behandelten Patienten. Drittens: Tabak und Alkohol meiden - beides erhöht direkt die Wahrscheinlichkeit.

Viertens, Screening. Nach dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre Tests auf okkultes Blut im Stuhl, oder alle zehn Jahre eine Koloskopie, falls keine relevanten Befunde vorliegen. Fünftens, Warnzeichen: anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, ungeklärter Gewichtsverlust, Anämie - alle erfordern den Arzt, keine Selbstmedikation.

Und sechstens, das Wichtigste - vergessen Sie die „Wunder"-Präparate. Das Marketing für „natürliche Darmmittel" ist eine riesige Industrie, die darauf baut, dass die Menschen ihre Alltagsgewohnheiten nicht ändern wollen. Doch genau diese Gewohnheiten, nicht die Pillen, machen den Unterschied. Die Balkanmutter, die ständig nach „etwas zum Trinken" für die Gesundheit fragt, sollte vielleicht hören, dass die Antwort lautet: Bohnen mit Wirsing essen, zu Fuß gehen und rechtzeitig zur Koloskopie.