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OpenAI und Anthropic lobbyieren in Washington gegen chinesische Modelle: Es geht nicht um das Rennen für Amerika, sondern um ihren Marktanteil

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OpenAI und Anthropic lobbyieren in Washington gegen chinesische Modelle: Es geht nicht um das Rennen für Amerika, sondern um ihren Marktanteil

Das chinesische Unternehmen Moonshot AI veröffentlichte sein neues Modell Kimi, und das Silicon Valley bekam erneut einen Nervenzusammenbruch. Dieselbe Szene wie bei DeepSeek: Ein chinesisches Modell erscheint, hält bei manchen Tests mit amerikanischen Spitzenmodellen mit, und ein ganzer Teil der Techbranche verliert in sozialen Netzwerken den Verstand.

Nur blieb die Debatte diesmal nicht auf X. Berichten zufolge haben OpenAI und Anthropic bei amerikanischen Regulierern lobbyiert und Bedenken wegen chinesischer Modelle mit offenen Gewichten geäußert. Das ist die Information, die das ganze Bild verändert - wenn zwei der größten privaten KI-Firmen der Welt Zeit bei einer Aufsichtsbehörde verbringen, verteidigen sie keine Nation, sondern Marktanteile.

Kirsten Korosec, die diese Geschichte verfolgt, stellte die Frage, die kein Lobbyist hören will: „Beschleunigen wir und sorgen dafür, dass die Amerikaner das KI-Rennen gewinnen - oder sorgen wir dafür, dass bestimmte Spitzenlabore besser abschneiden als andere?” Verhängen die USA ein umfassendes Verbot chinesischer Open-Weight-Modelle, müssen Unternehmen für OpenAI zahlen, statt Kimi zu nutzen. Das ist keine Sicherheitspolitik. Das ist ein gesicherter Markt.

Am meisten sagt aus, dass die Panik bereits abgeflaut ist. Der größte „Beweis” chinesischer Überlegenheit, der in jener Woche kursierte, war die Behauptung, Kimi habe in 30 Minuten das komplette macOS repliziert. Es entstand eine beeindruckende grafische Nachbildung dessen, wie macOS aussieht - was kein Betriebssystem ist. Eine Woche später verhält sich niemand mehr, als sei das Ende gekommen. „Vieles daran wirkt wie eine Wiederholung früherer Paniken”, sagt Sean O'Kane. „Alle sind so vorbereitet und erwarten so sehr, dass etwas kommt und alles andere wegfegt.”

Der Höhepunkt kam von OpenAI selbst. Dean Ball, dort Leiter für strategische Zukünfte, startete den ganzen Zyklus mit einem langen Beitrag, in dem er vorschlug, die USA sollten einen regulatorischen Nebel aus Angst, Unsicherheit und Zweifel erzeugen - um Open-Weight-Modellen den Wettbewerb zu erschweren. Später distanzierte er sich davon, doch die Pointe war laut ausgesprochen. Die Reaktion, so seine Kritiker, rührte weniger daher, dass man ihm widersprach, als daher, dass er schlicht sagte, was man nicht ausspricht.

Es gibt auch ein Muster, das benannt gehört: Man muss nur das Wort „China” in ein Gespräch werfen, und die Temperatur steigt um zehn Grad. Dasselbe geschah bei TikTok. Die Bedenken waren nicht völlig erfunden, doch das Ausmaß der Panik stand in keinem Verhältnis zu den Fakten. Nun kreist dieselbe Logik um Open Source: KI sei so mächtig und so gefährlich, dass sie sich nur über geschlossene, private Modelle amerikanischer Firmen kontrollieren lasse. Wer hat ein Interesse an dieser Botschaft?

David Sacks, damals KI-Zar der Trump-Regierung, schrie unterdessen auf X, er könne nicht glauben, dass sich Menschen gegen Rechenzentren stellten und dass es zu viel Regulierung gebe. Die chinesische Bedrohung ist nicht der Grund seiner Position - sie ist das Argument, mit dem sich eine längst bestehende Position besser verkauft.

Für Leser auf dem Balkan steht hier Konkretes auf dem Spiel. Open-Weight-Modelle sind der einzige Grund, warum ein kleiner Entwickler in Skopje, Sofia oder Zagreb etwas veröffentlichen kann, ohne einer amerikanischen Firma pro Aufruf Miete zu zahlen. Schließt sich diese Tür per Regulierung, zahlt nicht Peking den Preis. Ihn zahlen jene ohne eigenes Spitzenlabor - also alle außer einer Handvoll Unternehmen in Kalifornien.