Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli erlebte Kiew einen der schwersten Luftangriffe bisher. Russland schickte Wellen von Marschflug- und ballistischen Raketen - darunter auch hyperschnelle - und Kamikaze-Drohnen gegen die ukrainische Hauptstadt und andere Städte. Nach ukrainischen Angaben starben 13 Menschen, mindestens 56 wurden verletzt, 32 kamen ins Krankenhaus. Unter den Opfern sind Zivilisten und Rettungskräfte.
Die Angriffe suchten sich ihr Ziel nicht aus. In mehreren Stadtteilen wurden Wohnhäuser getroffen, ein Hotel im Zentrum fing Feuer, und in einem Viertel stürzte ein neunstöckiger Block ein, mit Menschen unter den Trümmern. Beschädigt wurde auch eine medizinische Einrichtung, wo fünf Beschäftigte verletzt wurden, einer schwer. Insgesamt trugen mindestens 28 Orte Schäden davon. Die Angriffe begannen gegen 21:40 Uhr mit Drohnen und setzten sich mit ballistischen Raketen bis etwa zwei Uhr nachts fort.
Präsident Selenskyj warnte noch am selben Tag: „Wir haben sehr besorgniserregende Informationen über Vorbereitungen für einen neuen großen russischen Luftangriff." Er wusste also, was kommt - und dennoch lässt sich gegen eine Nacht voller Raketen wenig tun. Das ist nicht der erste Angriff dieser Art und wird nicht der letzte sein, aber jeder neue lotet die Grenzen dessen aus, wie viel eine Stadt aushält.
Der Kontext ist wichtig, um zu verstehen, warum gerade jetzt. Der Angriff gilt als Vergeltung für die ukrainischen Drohnen, die im Juni Moskau und russische Raffinerien trafen und Russlands Treibstoffmangel verschärften. Der Krieg wird längst nicht mehr nur an der Front geführt - er hat sich auf die Städte verlagert, auf die Zivilisten, auf jeden, der in seiner Wohnung schläft in der Hoffnung, dass die Rakete in dieser Nacht irgendwo weiter weg fällt.
Für den Balkan, der seine eigenen Belagerungen und seine eigenen Nächte unter Alarm kennt, ist das keine ferne Nachricht. Wir wissen, was es heißt, wenn das „Ziel" eines Krieges das Gebäude wird, in dem man wohnt. Und wir wissen, wie schnell sich die Welt an fremdes Leid gewöhnt, wenn es lange genug dauert. Die Frage, die über all dem schwebt, ist einfach und unangenehm: Wer glaubt noch, dass das einen Boden hat, und was genau muss passieren, damit jemand genug sagt?
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