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Ukraine unter Raketen, doch die furchterregendste Rakete blieb unbestätigt: ein Krieg in Schlagzeilen

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Ukraine unter Raketen, doch die furchterregendste Rakete blieb unbestätigt: ein Krieg in Schlagzeilen

Eine Reihe ukrainischer Städte erwachte unter Beschuss. Ukrainischen Quellen zufolge trafen am 26. Juni russische Raketen und Drohnen mehrere Ziele im ganzen Land - doch hinter den schweren Schlagzeilen und dem Gerede von der „furchterregendsten Rakete" ist das wahre Bild weit unklarer, als es auf den ersten Blick scheint.

Was weiß man tatsächlich? In Kiew, im Stadtteil Darnyzja, brach in einem Lager ein Brand aus, und Anwohner meldeten einen scharfen chemischen Geruch; die Luftabwehr wurde aktiviert. In Krementschuk wurde angeblich ein Wärmekraftwerk mit einer „Iskander-M"-Rakete getroffen, auch eine Raffinerie wird erwähnt, doch das bleibt unbestätigt. Angriffe wurden auch in Charkiw, Sumy und Saporischschja gemeldet, wo nach einem Drohnenangriff ein Brand ausbrach.

Und nun der Teil, den die Boulevardblätter überspringen: Für den angeblichen Einsatz der Hyperschallrakete „Oreschnik", über die in größten Lettern geschrieben wurde, gibt es keine Bestätigung. Der Bericht selbst räumt ein, dass „derzeit keine vollständigen Daten zu Opfern, Schadensausmaß und genau getroffenen Objekten vorliegen". Mit anderen Worten - viel Lärm, wenige geprüfte Fakten.

Das ist ein Muster, das der Balkan nur zu gut kennt. Jeder Angriff in diesem Krieg kommt von beiden Seiten in Superlative verpackt: die einen feiern einen „historischen Schlag", die anderen einen „vollständig abgewehrten Angriff". Die Wahrheit sitzt meist irgendwo dazwischen, blass und unbewiesen, während die Propaganda vorausläuft. Wenn eine Rakete zur Schlagzeile wird, bevor überhaupt bestätigt ist, dass sie gestartet wurde, lesen wir keine Nachricht - wir lesen psychologische Kriegsführung.

Hinter jeder dieser „Sensationen" stehen echte Menschen in Kellern und echte Städte im Rauch. Das ist der Teil, der sich nicht ändert, egal welche Quelle den Text schreibt. Die Frage, die bleibt, ist einfach: Wie lange wird dieser Krieg in Schlagzeilen statt in bestätigten Fakten gemessen?