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Belgrad bekommt einen direkten Draht nach Washington: Was verlangt Amerika dafür?

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Belgrad bekommt einen direkten Draht nach Washington: Was verlangt Amerika dafür?

Washington und Belgrad setzen sich ab morgen an denselben Tisch, Überschrift: „strategischer Dialog”. Das State Department kündigte das als Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen beider Länder an, die erste Sitzung findet in Washington statt.

Die Formulierung der amerikanischen Mitteilung ist sorgfältig abgewogen: Der Dialog „spiegelt eine neue Ära in den Beziehungen zwischen den USA und Serbien wider” und sei „ein Zeichen des Engagements beider Länder für die Erweiterung und Vertiefung der Partnerschaft”. Wenn Diplomatie so spricht, heißt das meist, dass hinter verschlossenen Türen etwas Konkretes vereinbart wurde - und die Öffentlichkeit bekommt die Titelseite.

Neu ist die Entscheidung nicht. US-Außenminister Marco Rubio kündigte bereits am 6. August vergangenen Jahres an, die USA würden einen ersten strategischen Dialog mit Serbien führen. Die Vorbereitung dauerte also fast ein Jahr - was zeigt: keine Improvisation, sondern ein Prozess, den jemand geduldig aufgebaut hat.

Außenminister Marko Đurić fasste es in seinen eigenen Rahmen: „Zum ersten Mal in der Geschichte heben Serbien und die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Beziehungen auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft”, erklärte er. Đurić fügte hinzu, die Entscheidung sei in Washington getroffen worden und sei „ein starkes politisches Signal” nicht nur für Serbien, sondern auch für die amerikanische Öffentlichkeit und deren Institutionen.

Đurić dankte auch Präsident Aleksandar Vučić für dessen Unterstützung des Prozesses. „Präsident Vučić hat unsere Bemühungen um bessere Beziehungen zu den USA seit Jahren unterstützt”, sagte der Minister. Die Frage, die die Mitteilung nicht beantwortet, lautet anders: Was genau wird von Belgrad im Gegenzug erwartet? Strategische Partnerschaften sind selten Geschenke.

Laut Ankündigung wollen beide Seiten im Dialog an gemeinsamen Zielen arbeiten - regionaler Frieden und Stabilität, erweiterte Wirtschafts- und Bildungsbeziehungen, eine wohlhabendere Zukunft. Auf dem Papier klingt das alles schön. Doch „regionaler Frieden und Stabilität” war im Washingtoner Vokabular für den Balkan nie eine abstrakte Floskel - der Begriff hat immer eine Adresse.

Wenn ein Land der Region einen eigenen Kanal nach Washington bekommt, verschiebt das die Balance für alle anderen in der Nachbarschaft. Ist das die Anerkennung eines Gewichts, oder erneut der Versuch, den Balkan aus Hauptstädten außerhalb des Balkans zu ordnen? Die Antwort steht wie üblich nicht in den Mitteilungen - sondern in dem, was in den kommenden Monaten passiert.