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Siljanovska: „Toleranz ist keine Passivität, Frieden ist kein Schweigen" - aber zu welchen Themen schweigen die Institutionen am meisten?

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Siljanovska: „Toleranz ist keine Passivität, Frieden ist kein Schweigen" - aber zu welchen Themen schweigen die Institutionen am meisten?

Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova sprach auf der 14. Plenarsitzung des Internationalen Parlaments für Toleranz und Frieden im Parlament - mit einer Botschaft, die auf dem Papier gut klingt: „Toleranz ist keine Passivität, Frieden ist kein Schweigen. Toleranz ist aktiver Respekt. Frieden ist tägliche Arbeit."

Sie warnte, die Welt stehe vor der höchsten Zahl zwischenstaatlicher Konflikte seit 1946, und sprach sich gegen „die Leugnung von Identitäten, den historischen Revisionismus und den Gebrauch der Geschichte als Werkzeug, um die Zukunft der Staaten zu blockieren" aus. Mazedonien stellte sie als multikulturelles Beispiel dar, in dem Toleranz gelebte Erfahrung sei und keine importierte Rhetorik.

Die Worte stimmen. Die Frage ist, wie immer, wie viele davon nur Worte bleiben. Es ist leicht zu sagen, dass Frieden tägliche Arbeit sei - in einem Festsaal voller internationaler Delegierter; schwerer ist es, das im Alltag der Menschen zu sehen, die zwischen ebenjenen geleugneten Identitäten und historischen Streitigkeiten leben.

Deshalb lohnt es, den Satz „Frieden ist kein Schweigen" der Präsidentin selbst zurückzugeben - als Frage, nicht als Kritik: Wenn Schweigen kein Frieden ist, welches sind dann die Themen, zu denen die Institutionen am häufigsten schweigen? Denn aktiver Respekt beweist sich nicht auf Toleranzkonferenzen, sondern genau dort, wo es am unbequemsten ist, das Wort zu ergreifen.