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Hat die falsche Leitplanke auf der Umgehungsstraße von Skopje den Lkw in den Gegenverkehr gelassen - Architekt fordert systemische Verantwortung

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Hat die falsche Leitplanke auf der Umgehungsstraße von Skopje den Lkw in den Gegenverkehr gelassen - Architekt fordert systemische Verantwortung

Nach der Tragödie auf der Umgehungsstraße von Skopje bei Mirkovci, bei der vier Menschen starben, verlangt die Öffentlichkeit Antwort auf eine Frage, die dem Staat unbequem ist - war die Schutzplanke an dieser Stelle überhaupt darauf ausgelegt, einen Lkw mit Sattelauflieger zu halten. Der Architekt Boško Vidoeski hat eine Debatte eröffnet, die die Institutionen auf die Probe stellt.

Anhand eines Fotos der durchbrochenen Planken an der Unfallstelle weist Vidoeski darauf hin, dass der Mittelstreifen mit Planken vom Typ „N2" gesichert war. Nach europäischer Norm EN 1317 ist dieser Typ dafür ausgelegt, leichte Fahrzeuge zurückzuhalten. Keine Lkw. Keine Sattelzüge. Ein 40-Tonner gegen eine N2-Planke ist wie ein Buch gegen einen Granatwerfer.

Laut Vidoeski sollten die linken Seiten von Autobahnen mit hoher Verkehrsfrequenz und regelmäßigem Schwerverkehr mindestens mit Planken vom Typ „H2" ausgestattet sein - ausgelegt, um schwere Fahrzeuge in der Gegenfahrtrichtung zu stoppen. Die Umgehung von Skopje, Hauptverkehrsader und Dauerkorridor des internationalen Güterverkehrs, erfüllt diesen Standard offensichtlich nicht. Die Tragödie hat es offengelegt, neu ist die Frage nicht. Zivilexperten haben sie seit Jahren gestellt.

Die Staatsanwaltschaft schaut bislang nur auf den individuellen Aspekt - ein 76-jähriger Fahrer aus dem Kosovo, der „die Geschwindigkeit nicht angepasst hat". Das ist nicht falsch - er ist verantwortlich. Aber wenn die Planke ebenfalls falsch war, weitet sich die Verantwortung. Wer hat sie geplant? Wer hat sie genehmigt? Wer hat geprüft? Wer hat überwacht? Hat jemand rechtzeitig gewarnt? Alle diese Fragen verlangen Ermittlungen, die über einen einzigen Strafprozess hinausreichen.

Das erwartbare mazedonische Szenario ist bekannt - Fragen werden aufgeworfen, Gutachten abgewartet, Kommissionen gebildet, und nach ein paar Monaten verschwindet das Thema aus den Schlagzeilen. Die Planken bleiben dieselben. Bis zur nächsten Tragödie. Das ist einer der Gründe, warum unsere Verkehrssicherheit im Schneckentempo vorankommt - nicht weil die Institutionen nichts wissen, sondern weil der politische Wille fehlt, teure, aber notwendige Infrastrukturentscheidungen zu treffen. Jetzt sind vier Menschen tot. Die Frage - reicht das, um die Standards zu ändern?