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23.04.2026
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12.04.2026
Das Schiff Galeb - ursprünglich RAMB III genannt und über die Jahrzehnte mehr als eine Epoche überlebend - liegt jetzt in Rijeka als Symbol eines sehr spezifischen Balkanphänomens: nichts wird rechtzeitig fertig, vor allem nicht, wenn es um Geld und Museen geht.
Die Geschichte des Schiffes liest sich wie ein Roman. Italienischer Bananenfrachter aus den 1930er Jahren, gebaut für den Obsttransport aus den afrikanischen Kolonien. Von alliierten Streitkräften in Bengasi 1941 torpediert. Von Deutschland beschlagnahmt, in "Kiebitz" umbenannt, am 5. November 1944 im Hafen von Rijeka versenkt. 1947 vom Meeresboden gehoben. In den 1950er Jahren restauriert, um zur schwimmenden Residenz von Josip Broz Tito zu werden, der auf diesem Schiff zwischen 1953 und 1961 seine Missionen der Bewegung der Blockfreien Staaten nach Afrika und Asien führte.
Heute? Die Stadt Rijeka kaufte es 2009 für etwa 800.000 Kuna zurück. Die Restaurierung hat 22 Millionen Euro erreicht - 4 Millionen aus EU-Fonds, 11 Millionen aus dem Rijekaer Haushalt, der Rest aus anderen Quellen. Und das Museum ist immer noch nicht eröffnet. Historiker Ervin Dubrović ist eindeutig: "Es gibt keine Ausrede dafür, warum das Schiff nicht fertig ist."
Das ist eine Geschichte, die der Balkan zu gut kennt. Ein Projekt beginnt mit Enthusiasmus, Budgets werden gefüllt, ausgegeben, aber wenn der Hinterhof gefegt und die Türen geöffnet werden sollen, taucht immer etwas auf. Verantwortung für irgendetwas ist nie klar. Am Ende ist jedes Komitee "für die Organisation" zuständig, aber niemand verantwortet das Ergebnis. Auch wenn es um ein Schiff geht, das Bananen und Tito transportierte.
Für Mazedonien und die Region ist das ein eindeutiger Spiegel. Wie viele unserer Projekte - Kulturzentren, Museen, Restaurierungen - starten mit großer Förderung und enden ohne Eröffnung? Wie viel Kapital liegt in Bürgermeistergängen ohne sichtbares Endprodukt? Galeb ist keine isolierte Tragödie - es ist das Symbol eines spezifischen Verwaltungssyndroms. Das Schiff könnte rechtzeitig zur touristischen Attraktion von europäischer Klasse werden. So ist es ein teures Denkmal, das jedes Jahr mehr kostet.
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