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Xi Jinping nach sieben Jahren wieder bei Kim: Peking kämpft um Einfluss, der ihm Richtung Moskau entglitt

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Xi Jinping nach sieben Jahren wieder bei Kim: Peking kämpft um Einfluss, der ihm Richtung Moskau entglitt

Sieben Jahre lang überschritt Xi Jinping die Grenze nach Nordkorea nicht. Diesmal tat er es - und das ist eine Botschaft stärker als jedes offizielle Dokument. Der chinesische Präsident reiste nach Pjöngjang zum Treffen mit Kim Jong Un, zu einem Zeitpunkt, an dem Peking offensichtlich den Einfluss zurückgewinnen will, der ihm aus den Händen geglitten ist.

Der Grund für Pekings Sorge ist klar: In der jüngsten Zeit hat Nordkorea seine militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau deutlich vertieft. Während China wegsah, kamen sich Russland und Pjöngjang so nahe, dass es in Peking wie der Verlust eines alten Verbündeten zu wirken begann. Und China will nicht der Dritte im eigenen Hinterhof sein.

Das Timing ist umso interessanter. Das Treffen kommt, nachdem Kim eine „exponentielle Erweiterung" des Atomarsenals seines Landes angekündigt hat - eine Formulierung, die jede westliche Hauptstadt mit Unbehagen liest. Wenn ein isolierter Staat offen von mehr Atomwaffen spricht und hinter ihm Moskau und Peking stehen, sieht die Machtkarte Asiens nicht mehr aus wie gestern.

Der Balkanleser erkennt solche Szenen aus der Geschichte. Wenn Großmächte darum wetteifern, wer mehr Einfluss auf einen kleineren, aber strategisch wichtigen Akteur hat, gewinnt dieser kleinere Akteur plötzlich die Macht zu wählen - und die Preise hochzutreiben. Nordkorea tut heute genau das: Es sitzt zwischen Moskau und Peking und schaut, wer mehr bietet.

Was Xi und Kim hinter verschlossenen Türen genau besprachen, wurde nicht veröffentlicht - und wird es wohl auch nicht. Doch allein das Bild des chinesischen Staatschefs, der nach sieben Jahren wieder nordkoreanischen Boden betritt, sagt genug. In der Geopolitik zählt oft mehr, wer wohin und wann reist, als das, was er ausspricht.