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Ungarn bestellt russischen Botschafter ein: Fünf direkte Treffer in Transkarpatien haben die rote Linie überschritten

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Ungarn war lange Zeit Brüssels „Problempartner", wenn es um Russland ging. Viktor Orban präsentierte sich bis vor kurzem als „Brücke" zu Moskau. Das ändert sich jetzt - und nicht wegen der EU, sondern wegen eines realen Ereignisses: fünf direkte Treffer russischer Drohnen in der Region Transkarpatien.

Der ungarische Premier Péter Magyar bestellte den russischen Botschafter offiziell zum Gespräch ein - die diplomatische Übersetzung für „Verärgerung". Auch eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts wurde einberufen. Transkarpatien galt lange als relativ sichere Zone - weit weg von der Front, nahe der Grenze zu zwei NATO-Mitgliedsstaaten. Das gilt nicht mehr.

„Russland ist eine Bedrohung nicht nur für die Ukraine, sondern für die Nachbarländer und für ganz Europa", sagte Magyar. Ein Satz, der aus Polen oder Rumänien nicht einmal kommentiert würde. Aus Budapest ist er eine Verschiebung. Ungarn spricht so seit 2022 nicht mehr.

Selenskyj bedankte sich öffentlich. Diplomatische Kreise lesen die Situation klar: Der Schlag auf Transkarpatien war eine „rote Linie" für die ungarische Regierung. Es ist eine Grenzregion mit einer bedeutenden ungarischen Minderheit - und russische Raketen wirken dort nicht wie in der Ukraine, sondern wie ein Angriff auf das „eigene Land". Moskau überschritt die Linie, die Budapest niemals zuließ.

Was bedeutet das für das größere Bild? Möglicherweise den Beginn einer neuen Phase, in der sogar Russlands „Brücken-Partner" den Ton nicht mehr halten können. Wenn sowohl Orban als auch Magyar - die ungarische Politik als Ganzes - jetzt von Russland als „Bedrohung für ganz Europa" sprechen, dann lautet die Frage: Welche EU-Länder können sich noch als „neutral" oder als „Freunde" Moskaus präsentieren?

Für den Balkan ist das eine wichtige Nachricht. Direkt an unseren Grenzen hatten wir ein Land, das ein doppeltes Spiel spielte. Jetzt verlässt dieses Spiel die Optionsliste. Das könnte auch die serbische, bulgarische und griechische Politik in den kommenden Monaten zu mehr Klarheit zwingen.