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98 Anhörungen und ein fallender Rating: Netanjahu vor Gericht ausgesagt, nicht einmal Trump konnte ihn retten

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98 Anhörungen und ein fallender Rating: Netanjahu vor Gericht ausgesagt, nicht einmal Trump konnte ihn retten

Achtundneunzig Anhörungen in fast eineinhalb Jahren - und nun hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu seine Aussage im Korruptionsprozess beendet, der ihn seit 2020 verfolgt. Er ist der erste amtierende Premier Israels, dem wegen Korruption der Prozess gemacht wird, und seine rhetorische Verteidigung kennt auf dem Balkan jeder: Er behauptet, das alles sei „politische Verfolgung".

Die Vorwürfe sind nicht gering. Im ersten Fall, bekannt als „Geschenke-Affäre", wird ihm vorgeworfen, Geschenke im Wert von rund 180.000 Euro von einem Hollywood-Produzenten und einem australischen Milliardär angenommen zu haben, im Gegenzug für politische Gefälligkeiten. In den anderen beiden Fällen geht es um angebliche Absprachen mit Medienmagnaten - schwächere Konkurrenz und regulatorische Vergünstigungen für ein Telekommunikationsunternehmen, im Tausch gegen wohlwollendere Berichterstattung. Ein Muster, das viele in der Region ohne Übersetzer erkennen würden.

Während der Prozess läuft, zerfällt sein Rating. Die Unterstützung für sein Mandat sank von 40,5 Prozent Anfang März auf 29,4 Prozent im Juni. Teil des Grundes ist auch Trumps Abkommen mit dem Iran, ausgehandelt ohne israelische Beteiligung - über 92 Prozent der Israelis sehen es als iranischen Triumph. Wenn dein größter Verbündeter über deinen Kopf hinweg Frieden schließt, schmerzt das doppelt.

Interessant ist auch der Rettungsversuch. Im November 2025 beantragte Netanjahu eine Begnadigung, und Trump schrieb persönlich an den israelischen Präsidenten Herzog mit dieser Bitte. Herzog lehnte ab - es gibt keinen Präzedenzfall, einen Amtsträger zu begnadigen, bevor er verurteilt ist. Die Wahlen sind für den 27. Oktober angesetzt, obwohl Analysten einen früheren Termin erwarten. Netanjahu ist geschwächt, aber nicht erledigt. Und hier ist die balkanische Lehre: Politiker, die an der Macht kleben, während das Gericht arbeitet, fallen selten leicht - sie kämpfen bis zur letzten Stimme, selbst wenn der Sessel unter ihnen schon wackelt.