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Klimaanlage für die Mitarbeiter abgeschaltet, aber nicht für die Chefs: Der Feudalismus der Europäischen Kommission mitten in der Hitzewelle

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Klimaanlage für die Mitarbeiter abgeschaltet, aber nicht für die Chefs: Der Feudalismus der Europäischen Kommission mitten in der Hitzewelle

Es gibt Bilder, die mehr sagen als alle Reden über Gleichheit. Mitten in der extremen Hitzewelle, die Europa ausdörrt, schaltete die Europäische Kommission die Klimaanlage im Brüsseler Berlaymont-Gebäude ab - aber nur in den Stockwerken eins bis sieben. Die oberen Etagen, genau dort, wo die Büros der Kommissare liegen, blieben gekühlt. Feudalismus mit Klimaanlage, würde mancher sagen.

Das dreizehnstöckige Gebäude beherbergt Präsidentin Ursula von der Leyen, 26 Kommissare und rund 3.000 Mitarbeiter. Letztere bekamen eine SMS: „Aufgrund extremer Wetterbedingungen wird die Klimaanlage vom ersten bis zum siebten Stock bis zum Ende des Tages abgeschaltet." Ein Mitarbeiter meldete eine Temperatur von 25,7 Grad selbst bei laufender Klimaanlage im achten Stock. Man stelle sich vor, wie es für jene ohne sie war.

Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten. Anonyme Beamte beschrieben die Entscheidung als „Feudalismus", ein anderer nannte sie „beschämend". Und tatsächlich - die Institution, die ständig über Solidarität, einen gerechten Wandel und die Sorge um die Schwächsten doziert, entschied beim ersten echten Hitzeschock, wer schwitzt und wer nicht. Nach Stockwerken. Nach Hierarchie.

Die Hitzewelle enthüllte nebenbei eine größere Wahrheit über Europa - nur ein Fünftel der Haushalte hat eine Klimaanlage, und in Belgien blieben selbst die Züge ohne Kühlung, sodass Teile der Linien gestrichen wurden. Doch während die gewöhnlichen Europäer mit der Hitze kämpfen, so gut sie können, bleibt das Bild aus dem Berlaymont ein Symbol: Selbst in der fortschrittlichsten Bürokratie der Welt fließt der Komfort doch nach oben. Wäre es bei uns anders? Wahrscheinlich nicht - aber wenigstens tun wir nicht so, als wären wir besser.