Auf dem Etikett steht eines, in der Salami ist etwas anderes: Lebensmittelbehörde findet ernste Abweichungen beim Fleisch
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Das norwegische Königshaus schweigt selten so laut. Nachdem das Gericht eine vierjährige Haftstrafe für Marius Borg, den Sohn von Prinzessin Mette-Marit, verhängt hatte, war die einzige offizielle Antwort des Palasts - „kein Kommentar". Und das sagt alles.
Marius Borg, 29, ist Mette-Marits Sohn aus der Zeit, bevor sie Prinz Haakon heiratete. Er war im institutionellen Sinne nie Teil der königlichen Familie, hatte weder Titel noch Funktion. Doch der Nachname und die Nähe zum Thron machten ihn zu einem der meistbeachteten Namen der skandinavischen Boulevardpresse - nun aus völlig falschem Grund.
Das Gericht sprach ihn in 34 von insgesamt 40 Anklagepunkten schuldig. Darunter sind schwere Taten: zwei Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Drohungen, Verstöße gegen Kontaktverbote und Drogendelikte. Eine solche Liste lässt wenig Raum, den „verlorenen Sohn des Palasts" zu romantisieren - es geht um schwere Straftaten mit echten Opfern.
Am 25. Juni legte sein Team Berufung ein, gezielt gegen die beiden Vergewaltigungsurteile und die Anklage wegen häuslicher Gewalt. Der Fall wird vom Berufungsgericht in Oslo verhandelt, wahrscheinlich nächstes Jahr. Bis dahin bleibt Borg in Haft - das Gericht entschied, es bestehe das Risiko eines Kontakts zu seiner früheren Partnerin und die Gefahr weiterer Gewalt.
Die emotionale Ebene der Geschichte ist das, was der Palast am liebsten von der Öffentlichkeit fernhalten würde. Borgs Mutter, Mette-Marit, unterzog sich kürzlich wegen einer schweren Krankheit einer Lungentransplantation. Er beantragte dreimal eine vorzeitige Freilassung, um während ihrer Genesung bei ihr zu sein - Anträge, die das Gericht ablehnte.
Und hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Bürger und einem Mann neben dem Thron. Wenn der Nachname Türen öffnet, verschließt derselbe Nachname sie, wenn man etwas falsch macht - denn die ganze Nation schaut zu. Der norwegische Palast wählte das Schweigen, doch Schweigen ist in solchen Fällen keine Neutralität. Es ist ein Weg für die Institution, sich von einem Mann zu distanzieren, den sie weder laut verurteilen noch verteidigen kann.
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